Warum die BSI nicht untergeht

Jedenfalls nicht ganz. Was von der ins Kreuzfeuer der Behörden geratenen Tessiner Privatbank BSI übrig bleibt.

«Das Ende der BSI»: so titelte finews.ch am Dienstag, als überraschend die Massnahmen der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) gegen die Tessiner Privatbank bekannt wurden.

Die sind drastisch. Laut der Aufsicht hat die Tochter der brasilianischen Partnerbank BTG Pactual die Geldwäschereibestimmungen schwer verletzt. Deswegen zog die Finma einen Gewinn von 95 Millionen Franken ein, startete ein Enforcementverfahren gegen zwei Manager und befahl, dass die Bank binnen zwölf Monaten vom Markt verschwinden müsse.

Nur weil die Zürcher Privatbank EFG International das Institut übernehme, erklärte Finma-Direktor Mark Branson damals, müssten die Operationen nicht ganz eingestellt werden.

Regulator mischt sich nicht ein

Umso mehr überrascht nun die Aussage des neuen BSI-Chefs Roberto Isolani gegenüber der Zeitung «Corriere del Ticino» (vollständiger Artikel im Print). Laut Isolani, der bisher als geschäftsführender Partner von BTG amtete, sei die Verwendung der Marke BSI weiterhin erlaubt. Noch mehr: deren Verwendung im Tessin und in Italien sei massgeblich für die weitere Strategie der Bank, so der neue Bankchef.

Droht der BSI damit der nächste Rüffel aus Bern? Wohl kaum. Denn Finma-Direktor Branson hatte schon am Dienstag bezüglich des Brands relativiert. «Wenn EFG die Marke BSI weiter benutzen will, so ist ihr das selber überlassen», sagte er damals. In diesem Punkt wolle sich der Regulator nicht einmischen.

Nach gut 140 Jahren Bestehen verschwindet die BSI auch in zwölf Monaten nicht gänzlich von der Bildfläche. Währenddessen legt sich ihr neuer CEO ins Zeug, Kunden und Angestellte zu beschwichtigen.

«Irgendwie in der Vergangenheit»

Für Isolani, der künftig auch für BTG im Verwaltungsrat der BSI-Käuferin EFG sitzen soll, liegen die Vorwürfe der Regulatoren allesamt «irgendwie in der Vergangenheit». Auch die Verfügungen der Singapurer Finanzaufsicht MAS hätten keinen unmittelbaren Einfluss auf die Geschäfte und das Personal von BIS im Stadtstaat.

Zudem: Die heutige Führung sei nicht von den Vorwürfen betroffen, die Strafen von rund 100 Millionen Franken könne die BSI leisten, ohne in finanzielle Schieflage zu geraten.

Damit folgt Isolani recht genau dem Kurs, den die brasilianische BSI-Mutter BTG laut Recherchen von finews.ch eingeschlagen hat. Nämlich: den Ball um jeden Preis flach halten.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

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