1MDB erreicht das Weisse Haus

Oval Office im Weissen Haus

Oval Office im Weissen Haus

Der milliardenschwere Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB hat das Weisse Haus erreicht. Eine malaysische Delegation traf sich vor drei Jahren mit US-Präsident Barack Obama. Das war heikel.

Die US-Behörden verdächtigen diverse Leute aus dem Umfeld des malaysischen Premierministers Najib Razak, Gelder aus dem malaysischen Staatsfonds 1MDB fehlgeleitet und missbraucht zu haben. Bereits haben die Amerikaner Vermögenswerte im Umfang von einer 1 Milliarde Dollar konfisziert.

Nun dringen neue Fakten ans Licht, die den demnächst abtretenden US-Präsident Barack Obama arg in Verlegenheit bringen könnten, wie das amerikanische «Wall Street Journal» berichtet.

Bei Barack Obama zu Besuch

So soll der für die Demokratische Partei als Fundraiser tätige Frank B. White, Millionen von Dollar aus dem 1MDB-Fonds erhalten und vor drei Jahren mit einer hochrangigen Delegation beim US-Präsidenten vorgesprochen haben.

Angeführt wurde diese Gruppe von Riza Aziz, dem Stiefsohn des malaysischen Premierministers Najib Razak, mit von der Partie waren auch ein (leiblicher) Sohn Razaks sowie der Filmschauspieler Leonardo DiCaprio und der Regisseur Martin Scorsese, der den Hollywoodstreifen «The Wolf of Wall Street» drehte, in dem wiederum DiCaprio die Hauptrolle spielte.

Fehlgeleitetes Geld

Produziert haben den Film DiCaprio sowie Aziz, der Obama sogar eine Kopie des Streifens überreichte, wie es weiter heisst. Der Besuch wirft einige Fragen zum Verhältnis zwischen den USA und Malaysia auf – vor allem, ob mit fehlgeleitetem Geld aus dem 1MDB-Fonds auch Lobbying für die malaysisch-amerikanischen Beziehungen betrieben wurde, wie das «Wall Street Journal» schreibt.

Tatsächlich erhielt der demokratische Fundraiser White insgesamt 10 Millionen Dollar an illegalen Mitteln aus dem 1MDB-Fonds zugespielt, wie die Zeitung berichtet und sich dabei auf amerikanische Ermittler beruft.

Inzwischen abgetaucht

Weitere 69 Millionen Dollar soll Whites Firma DuSable erhalten haben, und zwar für ein Solar-Projekt, das wiederum durch Jho Low initiiert wurde, einem der weiteren Drahtzieher im ganzen 1MDB-Skandal, der inzwischen abgetaucht ist.

Damit verdichtet sich die Vermutung, dass der Film «The Wolf of Wall Street» zu einem grossen Teil missbräuchlich mit Geld aus dem 1MDB-Fonds finanziert wurde, wie auch die nachstehende Grafik illustriert.

Financial flows 1MDB 500

(Quelle: Bruno Manser Fonds)

Es nicht bekannt, ob Obama und seine Administration zum Zeitpunkt des erwähnten Besuchs der Delegation im Weissen Haus wussten, wie Fundraiser White mit 1MDB verbandelt war.

Ernst der Lage unterschätzt

Fest steht indessen, dass die Visite, 2013, in etwa zum selben Zeitpunkt stattfand, als die Singapurer Finanzmarktaufsicht (MAS) im Zusammenhang mit Geldflüssen aus dem 1MDB-Fonds Unregelmässigkeiten bei mehreren Schweizer Banken und anderen Finanzinstituten im Stadtstaat feststellten und verschärfte Kontrollen anordneten.

Zwei dieser (Schweizer) Banken, nämlich die Tessiner Bank BSI sowie die Falcon Private Bank (mit Wurzeln in Abu Dhabi), unterschätzten den Ernst der Lage und gerieten so in den Strudel des immer grösseren Skandals und wurden schliesslich auf Geheiss der MAS in Singapur geschlossen respektive verloren ihre Lizenz.

Partys in New York

Der inzwischen untergetauchte Low sowie White, der seine Firma DuSable mit einem anderen Fundraiser sowie mit dem US-Rap-Star Pras Michel gründete, lernten sich an Partys in New York kennen.

Dort dürften sie auch Pläne geschmiedet haben, Geld aus dem 1MDF-Fonds abzuzweigen, das sie via weitverzweigte Wege nach Abu Dhabi umleiteten. Der Partner in Abu Dhabi, wo auch die Besitzer der Schweizer Falcon-Bank domiziliert sind, überwies dann das Geld an Whites Firma DuSable, der es wiederum für einen Auskauf aus dem angeblichen Solar-Projekt verwendete.

Golfstunden auf Hawaii

Gemäss malaysischen Quellen soll der Solar-Deal dazu gedient haben, das Verhältnis zwischen Premierminister Najib Razak und US-Präsident Obama zu intensivieren. Die eingangs erwähnte Visite von Aziz, DiCaprio und Scorsese im Weissen Haus fand denn auch kurze Zeit vor einem Treffen Razaks mit Obama 2014 auf Hawaii statt, wo sich die beiden Politiker eine Partie Golf lieferten.

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Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

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Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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