Deutlich tiefere Boni für Wallstreet-Banker

Ein erster Kompensations-Spezialist korrigiert seine Bonus-Erwartungen 2011 nach unten. Man kann sich wohl allgemein auf magerere Zeiten gefasst machen.

Natürlich lassen sich die Zahlen nicht direkt auf die Schweiz übertragen. Aber weil sich die hiesigen Banken bekanntlich auch nach den Weltmärkten richten müssen, ist der Bonus-Trend an der Wall Street doch ein wichtiger Parameter. Und dort gibt es klare Hinweise, dass es in diesem Jahr abwärts geht mit den Entlöhnungen.

Konkret: Der Kompensations-Berater Johnson Associates hat seine im Mai publizierten Erwartungen nach unten revidiert – vor allem im Investmentbanking.

Fixed-Income-Trader sollen für 2011 bis zu 30 Prozent weniger Bonus als 2010 erhalten, und im Aktienhandel dürfte der Rückschlag um 15 Prozent betragen. Noch im Mai hatte Johnson Associates hier ein Plus von 10 bis 15 Prozent prognostiziert.

Besser dran sind die M&A-Spezialisten

Insgesamt dürften die Vertreter des höheren Management in den Wall-Street-Banken Boni erhalten, die verglichen mit 2010 tendenziell unverändert sind – und schlimmstenfalls bis zu 30 Prozent tiefer liegen.

Als Gründe für die zunehmend pessimistischen Erwartungen nennt das Beratungsunternehmen die «anhaltende Unsicherheit der Weltmärkte» und das Ausbleiben der konjunkturellen Erholung.

Eher solide erscheinen die Aussichten bei den M&A-Spezialisten der Banken: Hier könnte ein Plus von 5 bis 10 Prozent bei den Boni drinliegen.

Im Hedge-Fund- und Private-Equity-Bereich sei ebenfalls mit einem leichten Zuwachs von 5 Prozent der Boni zu rechnen. Dasselbe gilt für die Banker auf der Gegenseite: Auch im Prime Brokerage soll ein Plus von 5 Prozent drinliegen.

Widerstrebende Kräfte bei den Banken

Ebenfalls eher positiv dürften die Vertreter anderer Finanzbereiche abschneiden – als Beispiel nennt Johnson Associates die Obligationenfonds-Manager (plus 10 Prozent mehr Bonus) und die Aktienfonds-Manager (plus 5 Prozent).

Bei den Banken sichten die Forscher von Johnson Associates insgesamt widerstrebende Kräfte: Auf der einen Seite erlaubt das Wachstum bei den Assets under Management auch ein gewisses Aufwärtspotential bei den Boni. Auf der anderen Seite schaffen die tiefen Zinsen ein Umfeld, wo sich schwerlich gute Honorare verdienen lassen.

Johnson Associates wertete für seine Prognosen die Aussagen aus rund 40 Unternehmen der Branche, aus öffentlichen Publikationen und Geschäftsberichten sowie aus Kundendaten aus.

Boni 2011, Erwartungen nach einzelnen Berufsfeldern (im Vergleich zu 2010):

  • Investmentbanking – Advisory: 5 bis 10 Prozent höher
  • Investmentbanking – Underwriting: 5-10 Prozent höher
  • Aktienhandel: 0 bis 15 Prozent tiefer
  • Fixed-Income: 20 bis 30 Prozent tiefer
  • Prime Brokerage: 0 bis 5 Prozent höher
  • Vermögensverwalter, HNW-Bereich: 5 bis 10 Prozent höher
  • Hedge Funds: 0 bis 5 Prozent
  • Private Equity: 0 bis 5 Prozent höher

 

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