Wie McKinsey die Bankiervereinigung fit trimmt

Die bekannte Beratungsfirma McKinsey prüft seit Monaten die Organisation der Schweizerischen Bankiervereinigung auf Herz und Nieren. Nun sprach Verbandspräsident Patrick Odier erstmals über die Erkenntnisse.

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Am traditionellen Bankiertag der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) liess die Verbandsspitze die grossen Themen der Branche Revue passieren: Vom bevorstehenden Automatischen Informationsaustausch über den besseren Zugang zu den Auslandsmärkten bis hin zum Befund, dass die Banken mehr tun für das Wachstum als die Politik, wie auch finews.ch berichtete.

Auf eine Journalistenfrage hin sah sich Verbandspräsident Patrick Odier dann doch noch veranlasst, den Blick enger zu fassen. Konkret: Auf den Zustand der SBVg selber.

Fit und Agil

Bekanntlich beauftragte der Verband die ebenso die renommierte Beratungsfirma McKinsey, um seine Organisation auf Herz und Nieren zu prüfen. Und wie Odier nun erstmals berichtete, zeigte sich schnell: Die SBVg muss ihren Puls in die Höhe treiben.

«Wir müssen fitter, agiler werden», stellte Odier selbstkritisch fest. Und das gleich in mehreren Bereichen, wie der Verbandspräsident vor den Medien ausführte.

  • Verstärkung der Organisation:

Obschon der Verband künftig eher mit einem schmaleren Budget zu rechnen hat, will er seinen Kompetenzen punktuell erweitern. Die Governance sieht Odier bereits hinreichend gestärkt: Dass UBS-Präsident Axel Weber und sein Pendant bei der Credit Suisse (CS) Urs Rohner seit letztem September neu im Verwaltungsratsausschuss der SBVg sitzen, sie ein grosser Gewinn.

  • Herausforderungen annehmen:

Seit der Finanzkrise habe sich der Verband fast ausschliesslich mit dem Paradigmenwechsel in der Branche auseinandergesetzt, sagte dessen Präsident. Jetzt solel die SBVg wieder weit nach vorne blicken. So gelte der Fokus künftig etwa der Innovation und im speziellen der Schweizer Fintech-Szene, so Odier.

  • Talente an Bord holen:

Es reiche künftig nicht mehr, nur die besten Steuer- und Finanzrechts-Experten im Land zu beschäftigen. Der Verband müsse wieder vermehrt nach Banking-Knowhow Ausschau halten – insbesondere im Bereich der Innovationen. Dazu müsse sich die SBVg aber als attraktive Arbeitgeberin positionieren können, mahnt ihr Präsident.

  • Offener kommunizieren

In den letzten Jahren hatte die SBVg mit einigem Dissens zu kämpfen. Interna gelangten in Windeseile an die Öffentlichkeit. Untergruppen wie die Inlandbanken kritisierten lautstark die Positionen des Verbands. Odier bestritt zwar jeglichen Autoritätsverlust. Gleichzeitig gab er zu, dass die SBVg wohl zu wenig offen über abweichende Meinungen kommunizierte. «Wir müssen die Gegenpositionen im Verband aktiver aufzeigen, um unsere Glaubwürdigkeit nach aussen zu stärken», stellt der Präsident fest.

  • (Noch) näher zur Politik rücken

Die Interessensvertretung ist Kernaufgabe jeden Verbands. Da erstaunt es auf den ersten Blick, wenn die SBVg da selber noch Nachholbedarf feststellt. Hingegen zeigte sich in den letzten Jahren, dass gerade die wichtigsten Verbandsmitglieder mehr und mehr auf eigene Faust lobbyieren. So etwa die beiden Grossbanken in Brüssel oder Raiffeisen an der Spitze der Inlandbanken-Vereinigung. Der Dachverband schien demgegenüber im Reduit der «übergeordneten» Themen gefangen.

Das werde sich ändern, versprach Odier nun am Bankiertag. Ein erstes Müsterchen konnte er schon vorweisen: Der SBVg hat kürzlich beim Bundesrat interverniert, um das Vorgehen der Staatsanwälte des deutschen Bundeslands Nordrhein-Westfalen gegen Schweizer Banken zu stoppen.

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Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

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