Rolf Bögli: «Wir suchen hoch qualifizierte Leute»

Der CS-Private-Banking-Chef der Schweiz über den Wettbewerb im umkämpften Millionärssegment, das Profil seiner Kundenberater und die Wachstumsziele.


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Herr Bögli, kommt das Schweizer Private Banking der Credit Suisse gut voran?

Wir sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Unsere Kunden haben Vertrauen, viele von ihnen erhöhen den Anteil ihres Vermögens bei uns. Darüber hinaus gewinnen wir im hart umkämpften Millionärssegment kontinuierlich Neukunden. So bauen wir unseren Marktanteil stetig aus.

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Unser Ziel im Schweizer Geschäft für 2011 ist ein Neugeldzufluss von 6 Prozent. Vor diesem Hintergrund investieren wir und stellen nach wie vor hoch qualifizierte Leute mit dem richtigen Profil an.

Worauf kommt es in diesem, wie Sie sagten, hart umkämpften Schweizer Private-Banking-Markt an?

Top-Beratung und hohe Fachkompetenz sind der Schlüssel zum Erfolg, gekoppelt mit klar definierten Angeboten für unsere spezifischen Kundengruppen. Unsere Relationship Manager können mit der Unterstützung zahlreicher Spezialisten in allen Regionen der Schweiz einen umfassenden Service anbieten.


«Unser Angebot geht weit über die Anlageberatung hinaus»

Die Zufriedenheit unserer Kunden hat bei uns oberste Priorität. Darum investieren wir auch viel in die Aus- und Weiterbildung. Wir haben beispielsweise einen zertifizierten Lehrgang eingeführt, den sämtliche Kundenberater absolvieren müssen.

Was bringt das?

Unser Angebot geht weit über die herkömmliche Anlageberatung hinaus. Zum Beratungsprozess zählt neben einer klaren Struktur und voller Transparenz eine regelmässige Standortbestimmung mit dem Kunden. Ein Private-Banking-Kundenberater betreut bei der Credit Suisse ein sehr homogenes Segment der Klientel. So kann er sich voll und ganz den spezifischen Bedürfnissen seiner Kunden widmen.

Welches Profil soll ein Kundenberater bei der Credit Suisse mitbringen?

Fachwissen, Markt- und Produktkenntnis sowie eine laufende Weiterbildung setzen wir voraus. Zentral sind Sozialkompetenz und die Fähigkeit, ein Netzwerk aufzubauen und zu unterhalten.


«So passt ein Kundenberater in unser Geschäftsmodell»

Ausserdem soll ein Kundenberater zuhören, die richtigen Fragen stellen und sich konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden ausrichten können. Mit diesen Kompetenzen passt ein Kundenberater in unser Geschäftsmodell. Wichtig ist ausserdem, die Abläufe zu verstehen, um so die richtigen Spezialisten – aus den verschiedenen Fachgebieten – zusammenzuführen.

Unterscheidet sich die Credit Suisse im Private Banking von der Konkurrenz?

Ja, ganz klar mit dem integrierten Geschäftsmodell. Private Banking auf hohem Niveau ist heute ohne Expertise aus dem Firmenkundengeschäft und dem Investmentbanking nicht mehr möglich.

Inwiefern denn?

Nehmen Sie zum Beispiel Themen wie Nachfolgeregelung und Erbschaft. Hier haben wir über unser Firmenkundengeschäft den Zugang zu Unternehmen und kennen ihre Bedürfnisse, weil wir sie lange begleitet haben. Ebenso haben wir die notwendige Kapitalmarktexpertise aus dem Investmentbanking. Und dank unserem globalen Asset Management können wir unseren Schweizer Privatkunden Investitionen in Alternativen Anlagen, in Schwellenmärkten und in aktuellen Spezialthemen bieten.

Wie kommt die internationale Präsenz der Credit Suisse dem Schweizer Geschäft zugute?

Gerade sehr vermögende Kunden schätzen unsere globale Präsenz und die Fähigkeit des integrierten Offerings sehr, wie auch die überdurchschnittlichen Wachstumszahlen in diesem Segment zeigen. Ein weiterer Vorteil ist sicherlich das globale Research, das wir über alle Anlageklassen hinweg anbieten.


«Die Zuwanderung aus dem Ausland wird anhalten»

All das kann nur eine global tätige und integrierte Bank von einer gewissen Grösse offerieren. Gleichzeitig spielt die internationale Präsenz eine immer grössere Rolle, weil viele Kunden an verschiedenen Orten betreut werden wollen.

Welche Trends erkennen Sie im Private Banking von morgen?

Der Finanzplatz Schweiz bleibt sicher attraktiv. Auf Grund der wirtschaftlichen und politischen Stabilität der Schweiz lassen sich viele Menschen hier nieder. Dadurch wird auch die Zuwanderung von vermögenden Personen aus dem Ausland anhalten. Für das Private Banking Geschäft werden Anpassungsfähigkeit, zum Beispiel an politische und regulatorische Entwicklungen, und die Diversifizierung entscheidend sein. Ich bin überzeugt, dass sich unser Finanzplatz gerade dank der Vielfalt der Geschäftsmodelle ausgezeichnet entwickeln wird.

Was heisst das konkret?

Die Mischung aus globalen Grossbanken, starken Privatbanken, alternativen Anbietern und Spezialisten ist befruchtend. Wir müssen aber den Rahmenbedingungen bezüglich Standortqualität Sorge tragen.


Rolf_Boegli_qRolf Bögli leitet seit Anfang 2009 das Schweizer Private Banking Geschäft der Credit Suisse, das Schweizer Privatkunden mit einem Vermögen ab einer Million Franken sowie vermögende ausländische Privatkunden mit Wohnsitz in der Schweiz betreut.

Der 46-jährige Bögli ist Betriebsökonom HWV der School of Economics and Business Administration in Bern und hält einen Executive MBA der Universität Bern. Vor seinem Wechsel zur Credit Suisse war Bögli während vielen Jahren bei der UBS tätig.

 

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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