Die Kielholz-Connection schlägt wieder zu

Der frühere Finanzchef der CS, Renato Fassbind, soll Verwaltungsrat der Swiss Re werden. Vieles deutet darauf hin, dass Walter Kielholz erneut die Finger dabei im Spiel hat.

Renato Fassbind war Finanzchef der Credit Suisse von 2004 bis Oktober 2010. In dieser Zeit war Walter Kielholz (Bild) zeitweilig Verwaltungsratspräsident der Schweizer Grossbank und stets eng mit der CS verbunden. Die beiden Top-Manager kennen sich also gut.

Kielholz, eigentlich ein «Versicherungsmensch», sass lange Zeit auch im Aufsichtsgremium der Swiss Re, die wiederum sehr enge Beziehungen zur Credit Suisse hat – früher noch mehr. Dann, im Mai 2009, übernahm Kielholz das Präsidium der von der Finanzkrise arg durchgeschüttelten Swiss Re.

Offene Türchen für alte Weggefährten

Nun soll Renato Fassbind ebenfalls in diesem Aufsichtsgremium Einsitz nehmen. Wie den heute publizierten Anträgen an die Generalversammlung vom 15. April 2011 zu entnehmen ist, wird Fassbind als Kandidat vorgeschlagen.

Es ist beileibe nicht das erste Mal, das Kielholz alten Weggefährten ein Türchen öffnet. Bereits David Blumer erwies er einen solchen Dienst.

Millionensalär mitgenommen

Dieser war – gelinde gesagt – nach mässiger Performance im Credit Suisse Asset Management bei der Bank in Ungnade gefallen, konnte – dank Kielholz‘ Vermittlung – aber einen Top-Job bei der Swiss Re übernehmen und zwar zum Salär von der Credit Suisse. Im Jahr 2008 war Blumer mit 14 Millionen Franken der bestbezahlte Manager bei der Swiss Re, wie finews.ch berichtete.

Interessant: Kielholz ist nach seinem «Rücktritt» von seinem früheren Präsidium des CS-Verwaltungsrats zum normalen Mitglied des Gremiums mutiert, allerdings nun im Ausschuss des Kompensationskomittees, das unter anderem auch Dougans grosszügiges Bonus-Vergütung (bis zu 70 Millionen Franken) durchgewunken hat.

Power und Unantastbarkeit

Offenbar war sich Kielholz der Problematik solcher hoher Vergütungen durchaus bewusst. Doch, wie es in Branchenkreisen heisst, habe es Kielholz gerne, wenn er einen CEO vergolden könne. Das gebe ihm Power und mache in unantastbar.

Tatsächlich hat das auch auf unteren Chargen durchaus Methode, wie sich zeigt.

Letztes Jahr fand auch Thomas Wellauer Unterschlupf bei der Swiss Re. Er arbeitete früher ebenfalls bei der Credit Suisse unter Walter Kielholz.

Gescheitert unter Mühlemann

Nach schlechten Leistungen schied er noch in der Ära von Lukas Mühlemann aus. Nach verschiedenen Jobs ausserhalb der Finanzbranche fand er dann im letzten Herbst wieder Anschluss – danke Kielholz‘ guten Diensten. Seit Oktober amtet er als Chief Operating Officer und Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Re.

In der neuen Funktion ist er verantwortlich für Funktionen wie HR, IT, Recht, Kommunikation und Logistik. Thomas Wellauer war in seiner Karriere unter anderem CEO von Credit Suisse Financial Services, Winterthur Versicherung und Mitglied des Aufsichtsrates von Munich Re. Zuletzt war Wellauer als Head of Corporate Affairs und Mitglied der Geschäftsleitung für Novartis tätig.

Fassbind ist also nur ein weiteres Beispiel in der Kielholz-Connection. Fragt sich, wer der Nächste ist.

Angaben zu Renato Fassbind

Renato_FassbindRenato Fassbind, Jahrgang 1955, war von 2004 bis Anfang Oktober 2010 Chief Financial Officer der Credit Suisse Group und der Credit Suisse. In dieser Funktion gehörte er seit 2004 den Executive Boards der Credit Suisse Group und der Credit Suisse an.

Der gebürtige Schweizer schloss sein Betriebswirtschaftsstudium an der Universität Zürich mit einer Promotion ab. Von 1979 bis 1982 war er als Assistent am Institut für Schweizerisches Bankwesen der Universität Zürich tätig.

Vielseitiger Leistungsausweis

1984 zog es ihn in die Industrie: Er begann seine Karriere bei der Hoffmann-La Roche in Basel und stieg dort zum Leiter der Konzernrevision auf. 1990 folgte der Wechsel zu der ABB, bei der er von 1997 bis 2002 die Funktion des Chief Financial Officers innehatte.

Bevor er Finanzchef der Credit Suisse wurde, war Fassbind zwei Jahre Chief Executive Officer der Diethelm Keller Holding, Zürich.

 

 

 

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Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

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Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

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Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

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Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

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Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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