Interessenskonflikte? VR-Kandidatin der Luzerner KB wird zum Politikum

Der Verwaltungsrat der Luzerner Kantonalbank (LUKB) hatte Ende November Bernadette Koch als neues Mitglied des Verwaltungsrates vorgeschlagen. Die Wirtschaftsprüferin hat angekündigt, ihren Sitz im Verwaltungsrat der Postfinance aufzugeben. Ihr Mandat als Vizepräsidentin bei der Schweizerischen Post will sie jedoch behalten.

Ausgelöst durch eine dringliche Anfrage von Simone Brunner (SP) hat diese Personalie nun im Luzerner Kantonsrat zu einer Debatte geführt, wie die Nachrichtenagentur SDA an Dienstag berichtet. Die Konstellation zwischen den Kantonalbanken und der Post sei wegen der Postfinance konfliktbeladen, hiess es in den Vorstoss. So seien die Kantonalbanken etwa dagegen, dass die Postfinance ins Kreditgeschäft einsteige.

In der Debatte habe etwa Sarah Arnold (FDP) darauf verwiesen, dass sich die Überschneidungen zwischen Kantonalbank und Postfinance sich verschärfen könnten. Sie forderte, dass die strategische Unabhängigkeit der LUKB gewährleistet bleibe.

Regierung sieht kein Risiko

Vom LUKB-Verwaltungsrat werde ein sorgsames Vorgehen erwartet, sagte demnach Claudia Huser (GLP). Roland Küng (SVP) ging davon aus, dass die LUKB und die Finanzmarktaufsicht die «konfliktgeladene Konstellation» genau geprüft hätten.

Michèle Albrecht (Mitte) sagte, bei einer Wahl von Koch würden die formellen Anforderungen zwar eingehalten. Es gehe aber auch um das Vertrauen. Der Kanton trage als Mehrheitsaktionär eine besondere Verantwortung.

In der schriftlichen Antwort der Regierung auf die dringliche Anfrage hiess es, dass man in der vorgesehenen Wahl von Koch kein Risiko eines möglichen Interessenkonfliktes zwischen Post und LUKB sehe. Ob Finanzdirektor Reto Wyss (Mitte), der den Kanton Luzern im Verwaltungsrat der LUKB vertritt,  jedoch Koch an der Generalversammlung wählen wird, liess er offen. Er betonte, dass der Personenkreis, der für ein solches Verwaltungsratsmandat in Frage kommt, nicht gross sei.

Die LUKB hatte bei der Berufung der Kandidatin Koch darauf verwiesen, dass man die Erweiterung des Gremiums um ein starkes Audit-Profil im Hinblick auf die zunehmenden regulatorischen Anforderungen vorgeschlagen habe. Der Verwaltungsrat soll mit der geplanten Zuwahl am 13. März 2026 aus neun Mitgliedern bestehen.