Hypothekarbank Lenzburg macht Kostenwachstum zu schaffen

Die «Hypi» Lenzuburg konnte im Geschäftsjahr 2025 im Stammhaus die Bilanz 2025 um 14,3 Prozent auf 8,3 Milliarden Franken steigern und erreichte damit einen historischen Höchststand, wie den am Freitag präsentierten Zahlen zu entnehmen ist. Der Gewinn sank dagegen um 2,2 Prozent auf 20 Millionen Franken. 

Haupttreiber waren deutliche Zuflüsse an Kundengeldern (+13 Prozent auf 724 Millionen Franken). Bei den Depotvolumen beträgt das Plus 29,6 Prozent (860 Millionen Franken). Fast 50 Prozent der Neugelder kamen Open-Banking-Partnerschaften, unter anderem mit  Neon Invest.

Diversifikation federt Zinsrückgang ab

Beim Ertrag zahlte sich die Diversifikationsstrategie aus: Die Rückgänge im  Zinsdifferenzgeschäft konnten weitgehend durch höhere Erträge im Kommissionsgeschäft sowie im übrigen ordentlichen Erfolg kompensiert werden. Vor allem das Anlagegeschäft, Banking-as-a-Service (BaaS) sowie das Informatikgeschäft trugen dazu bei.

Der Nettoerfolg im Zinsgeschäft sank 2025 um 9,8 Prozent beziehungsweise 7,9 Millionen Franken auf 73,6 Millionen Franken. Neben den Leitzinssenkungen wirkten sich laut der Bank auch eine gezielte Drosselung der Kreditvergabe und der Rückgang der Hypothekarforderungen aus (-2,1 Prozent auf 4,93 Milliarden Franken). Diese Vergabepolitik erfolgte bewusst aus Kapital- und Liquiditätsüberlegungen, um die Solidität der Bank weiter zu stärken.

Geschäftsertrag auf Vorjahresniveau

Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft resultierte dagegen ein Ertragswachstum von 14,2 Prozent auf rund 18 Millionen Franken. Getragen wurde dieses insbesondere von der Vermögensverwaltung und dem Geschäft mit externen digitalen Vermögensverwaltern. Entsprechend stiegen die Kundendepotvolumen um rund 30 Prozent auf 3,8 Milliarden Franken.

Unter dem Strich erreichte der Geschäftsertrag im Stammhaus mit 112,8 Millionen Franken nahezu das Vorjahresniveau. «Mit Ertragssteigerungen im Anlage-, BaaS- und Informatik-Geschäft einen Rückgang von über 10 Millionen Franken im Zinsgeschäft zu kompensieren, ist ein klares Zeichen unserer operativen Stärke», sagt CEO Silvan Hilfiker.

Kosteneffizienz rückt in Fokus

Der Geschäftsaufwand stieg 2025 um 2,4 Prozent auf 77,4 Millionen Franken. Darin widerspiegele sich das Wachstum des Instituts. Die Bank sei gefordert, die Kosteneffizienz zu verbessern, heisst es dazu in der Mitteilung. Zum einen will man will das Institut mehr Synergien mit Swiss Bankers nutzen, zum anderen strebt man eine höhere Automatisierung an; im Vordergrund steht dabei der stärkere Einsatz von KI. «Ein klassischer Stellenabbau», so Hilfiker, «ist nicht geplant. Aber es kann zu Anpassungen bei einzelnen Stellenprofilen führen», sagte er an einem Mediencall. 

Der Reingewinn im Stammhaus lag mit 20 Millionen Franken praktisch auf Vorjahresniveau. An der Generalversammlung wird eine unveränderte Dividende von 120 Franken pro Aktie beantragt. Zusätzlich werden 11 Millionen Franken den freiwilligen Reserven zugewiesen. Mit einer risikogewichteten Gesamtkapitalquote von 17,2 Prozent per Ende 2025 liegt die Bank weiterhin deutlich über den regulatorischen Anforderungen.

Erster Konzernabschluss mit Swiss Bankers

Auf Gruppenstufe zeigten die Restrukturierungsmassnahmen bei Swiss Bankers Prepaid Services im zweiten Halbjahr 2025 erste Wirkung. Die negative Ergebnisentwicklung konnte gebremst werden; die Transformationskosten wurden teilweise durch die Auflösung eines Teils des Badwills finanziert. Auch auf Konzernebene resultierte 2025 ein Reingewinn von 20,0 Millionen Franken.

Im zweiten Halbjahr 2025 entschied die Bank, Swiss Bankers als eigenständige Gesellschaft innerhalb einer Gruppe weiterzuführen. Die künftige HBL-Gruppe besteht aus der Hypothekarbank Lenzburg AG, der Swiss Bankers Prepaid Services AG und der Finstar AG, die per 1. Januar 2026 den operativen Betrieb aufgenommen hat und künftig eigenständig am Markt auftreten wird.

«Der klare Fokus der einzelnen Gesellschaften erlaubt es, innovative Produkte und Dienstleistungen innerhalb der Gruppe gezielter zu entwickeln und zu vertreiben», sagt Verwaltungsratspräsidentin Marianne Wildi