Die Migrosbank kann im Zinsgeschäft das Vorjahresniveau halten

Die Migrosbank hat 2025 einen Jahresgewinn von 276,2 Millionen Franken erwirtschaftet, was einem Rückgang von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch der Geschäftserfolg (vor Abzug der Steuern) fiel mit 335,2 Millionen leicht tiefer aus (–1,7 Prozent), was aber gemäss dem Communiqué vom Dienstag immer noch dem zweitbesten Ergebnis in der Geschichte entspricht.

Im Zinsgeschäft verharrte der Nettoerfolg mit 599,2 Millionen auf Vorjahresniveau, was angesichts des eher schwierigen Umfelds kein schlechtes Resultat ist. Die Kundeneinlagen nahmen geringfügig auf 45,9 Milliarden Franken zu (+0,3 Prozent); kräftig war das Wachstum bei den Privat-, Spar- und Vorsorgekonten (+3,6 Prozent auf 37,2 Milliarden). Die Kundenausleihungen erhöhten sich um 1,9 Prozent auf 51,5 Milliarden Franken, wobei hier der Löwenanteil auf die Hypotheken entfiel (+2,7 Prozent auf 48,2 Milliarden Franken).

Kommissions- und Handelsgeschäft laufen rund

Im Kommissionsgeschäft erwirtschaftete die Migrosbank dank der guten Börsenentwicklung einen Erfolg von 128,1 Millionen Franken, ein Anstieg von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Depotbestand erhöhte sich um 8,8 Prozent auf 18,3 Milliarden Franken. Im Handelsgeschäft stieg der Erfolg um 3,6 Prozent auf 76,5 Millionen Franken.

Recht kräftig fällt mit 3,9 Prozent die Steigerung beim Geschäftsaufwand aus. Von den 441,6 Millionen Franken entfielen 265,3 Millionen (+4,8 Prozent) auf den Personalaufwand, wobei der Personalbestand um 1,8 Prozent auf 1'749 wuchs. Der Sachaufwand legte um 2,6 Prozent auf 176,3 Millionen zu. Die Migrosbank habe 2025 nicht nur in ihr Filialnetz und in ihr Beratungsmodell investiert, sondern auch in ihre digitalen Vertriebskanäle, heisst es dazu in der Mitteilung.

Anteil des zinsindifferenten Geschäft erhöhen

Die Cost-Income-Ratio betrug 2025 52,2 Prozent. Die Bilanzsumme legte um 2,3 Prozent auf 62,3 Milliarden Franken zu. Die Bank zählt nun 1,23 Millionen Kunden, 50'000 mehr als noch vor einem Jahr.

Für die Migrosbank beginnt nun eine neue Strategieperiode.

Sie will erstens von 2026 bis 2030 das Kerngeschäft in den Bereichen Vermögensberatung und Vorsorge, Wohnen und Bauen sowie Firmenkunden stärken. So sollen mit einem grösseren Anteil am indifferenten Geschäft die Erträge besser diversifiziert werden – eine Stossrichtung, welche die meisten hypothekarlastigen Schweizer Finanzinstitute bekanntlich seit Jahren hegen. Angestrebt werden dadurch auch eine Erhöhung des Marktanteils sowie ein Ausbau der Hauptbankbeziehungen.

Neue Technologien und Synergien

Zweitens will die Migrosbank ihre die operative Leistungsfähigkeit steigern, indem die verschiedenen Vertriebskanäle enger verknüpft werden. «Eine wichtige Rolle spielt dabei der Einsatz modernster Technologien, um die Bankproduktivität zu erhöhen und die Beratungsleistungen zu unterstützen», schreibt die Migrosbank, die damit auf die in diesem Zusammenhang in der Regel beinahe schon obligatorische Erwähnung der künstlichen Intelligenz verdankenswerterweise verzichtet. Drittens will die Bank weitere Synergieeffekte mit der Migros-Gruppe nutzen.

Zum Ausblick hält CEO Manuel Kunzelmann fest: «Als Universalbank mit einer breiten, gesamtschweizerischen Privat- und Firmenkundenbasis starten wir 2026 die neue Strategieperiode aus einer Position der Stärke. Wir sind gut gerüstet, um den tiefgreifenden demografischen und technologischen Wandel der kommenden Jahre erfolgreich zu meistern.»