BNP Paribas Schweiz hat den Kompass neu ausgerichtet

BNP Paribas hat ihre Aktivitäten in der Schweiz in den vergangenen Jahren neu ausgerichtet. Das Wealth Management und darin die Betreuung von Unternehmerkunden bilden heute einen wichtigen Pfeiler des Geschäfts.

Seit Mai 2025 wird die Schweizer Einheit zudem als Niederlassung von BNP Paribas Paris geführt; finews berichtete darüber. Entsprechend werden keine separaten Finanzzahlen mehr publiziert. «Der Ausstieg aus der Rohstoffhandels-Finanzierung wurde bereits 2022 abgeschlossen und mit der entsprechenden Restrukturierung vollständig beendet. Wir haben 2025 positiv abgeschlossen und wollen hier weiter wachsen», sagt Schweiz-Chefin Enna Pariset.

Wachstum mit Schweizer Kunden

Ein klarer Fokus liegt auf Schweizer Unternehmern. «Vier Jahre nach dem Start der Offensive stammen rund 30 Prozent der verwalteten Vermögen von Schweizer Kunden», so Pariset.

Neben dem Wealth Management bildet das Corporate and Institutional Banking (CIB) mit Schweizer Kunden einen weiteren Pfeiler des Geschäfts. Der Umsatz mit Schweizer Kunden weltweit belief sich in diesem Bereich zuletzt auf 1 Milliarde Euro. Laut dem neuen Wachstumsplan soll dieser bis 2030 gemäss Planung auf rund 1,5 Milliarden Euro steigen.

Kreditgeschäft als Differenzierungsfaktor

Ein wesentliches Element der Wealth Management Strategie ist das Kreditgeschäft. BNP Paribas positioniert sich als Anbieter komplexer Finanzierungslösungen für Unternehmer und vermögende Privatkunden.

«Einen 150 Millionen-Kredit auf einen Single-Stock bieten in der Schweiz wohl nicht sehr viele Banken. Dank unserer starken Bilanz und Expertise gehören solche Deals zu unserem Kerngeschäft», sagte Yusuf Savmaz, CEO Wealth Management Schweiz.

Ein zusätzlicher Fokus liegt auf dem Ausbau des Hypothekargeschäfts. «Das ist ein relativ junges Geschäft und hier sehen wir viel Potenzial, insbesondere da wir dank AXA Investment Managers herausragende Immobilienexpertise in der Schweiz gewonnen haben», erklärt Pariset.

Integration von AXA Investment Managers

Zusätzliche Impulse erwartet BNP Paribas durch die Integration von AXA Investment Managers (IM), mit der die Bank aktuell 75,5 Milliarden Franken an Vermögenswerten für Schweizer Kunden verwaltet, davon 52,4 Milliarden Franken in der Schweiz.

In der Schweiz kommt es zu keinen grossen organisatorischen Änderungen. «Das Schweizer Asset Management Geschäft der AXA IM bleibt eine eigenständige Firma, mit eigenem CEO. Aber selbstverständlich werden wir eng zusammenarbeiten, um unseren Kunden eine noch grössere Produkteauswahl zu bieten», sagt Pariset.

Klare Positionierung im Wealth Management

Im klassischen Private Banking liegt die Eintrittsschwelle in der Schweiz bei rund 5 Millionen Franken. BNP Paribas verfolgt dabei einen differenzierten Ansatz je nach Kundensegment.

«Bei Schweizer Kunden liegt die Limite etwas tiefer, bei neuen Beziehungen zu Kunden aus dem Middle East wegen den höheren regulatorischen Anforderungen etwas höher», erklärte Savmaz.

KI-Initiativen aus Zürich

Ein zentraler Bestandteil des Modells ist die Verzahnung von Wealth Management und  Corporate- und Investmentbanking. «Viele Unternehmer haben ihre Assets in der Firma und wenig Liquidität. Mit unserem Corporate und Investment Banking kennen wir die Unternehmen sehr gut. Das hilft, unsere Risiken abzuschätzen», so Savmaz.

Im Anlagebereich setzt BNP Paribas auf klassische Strategien. Digitale Vermögenswerte spielen derzeit keine aktive Rolle. «Dafür sind wir nicht die richtige Bank», sagt Pariset. 

Gleichzeitig investiert die Bank in neue Technologien. BNP Paribas arbeitet im Bereich künstliche Intelligenz (Agentic AI) mit dem Zürcher Fintech Unique zusammen. Enna Pariset: «Wir sind stolz, eine der Lösungen der jungen Schweizer Firma für das internationale Wealth Management-Geschäft der ganzen Gruppe umsetzen zu können. Das unterstreicht auch unseren Fokus auf die Unterstützung von Schweizer Start-ups im Technologiebereich.»