Pictet: «Geduld bringt Rendite»

Die Genfer Privatbank Pictet veröffentlicht ihre historische Performance-Übersicht seit 1998. Für die jüngste Ausgabe wurde der Zeitraum nochmals verlängert, die Datenreihe beginnt nun schon 1900 und nicht «erst» 1926. Die wichtigsten Erkenntnisse sind geblieben. «Disziplin und Geduld sind also das beste Rezept für Aktienanleger, um langfristig ein resilientes Portfolio aufzubauen», heisst es dazu in der Studie.

Acht lange Rückschläge

Ein Anleger mit einem Zeithorizont von zehn Jahren hätte laut Pictet seit 1900 acht Mal eine negative Gesamtrendite auf Schweizer Aktien hinnehmen müssen. Diese acht Fälle stehen vor allem im Zusammenhang mit den Wirtschaftskrisen im Zuge des Ersten Weltkriegs und des Börsencrashs 1929. Demgegenüber haben das Platzen der Dotcom-Blase 2001 und die globale Finanzkrise 2008 laut Pictet nicht zu einer negativen Rendite bei Schweizer Aktien geführt.

Somit hätten Anleger, die zu irgendeinem Zeitpunkt seit 1931 in Schweizer Aktien investiert und diese 10 Jahre lang gehalten haben, nie eine negative Rendite auf ihre ursprüngliche Investition verzeichnet. Weitet man den Anlagehorizont auf 14 Jahre aus, zeigt die Analyse, dass Anleger, die seit 1909 in Schweizer Aktien investiert haben, nie eine negative Rendite auf ihre ursprüngliche Anlage erlitten. Bei einem Anlagehorizont von 20 Jahren wurde mit jeder Anlage, die seit 1900 getätigt wurde, eine positive Rendite erzielt.

Grosse Differenzen

Die Verantwortlichen der Studie, Nadia Gharbi und Djâafar Aballeche, Senior Economist und Senior Cross-Asset Specialist bei Pictet Wealth Management, sagen: «Unsere Analyse zeigt, dass ein im Jahr 1900 getätigtes Investment von 1'000 Franken bis Ende 2025 auf 3,97 Millionen Franken angewachsen wäre.» Bedingung dafür wäre unter anderem, alle Dividenden wieder zu investieren und nichts zu verkaufen.

Natürlich ist diese Zahl rein theoretisch, denn diverse Kosten wie Courtagen, Stempelabgaben und Kosten für Portfolioumschichtungen bleiben darin unberücksichtigt. Laut Pictet summieren sich diese Kosten über all die Jahre auf rund 2 Millionen Franken. 

In den vergangenen 126 Jahren beläuft sich die durchschnittliche nominale Jahresrendite von Schweizer Aktien auf 6,8 Prozent, verglichen mit 3,9 Prozent bei Schweizer Bundesanleihen. Nach Abzug der Inflation lagen die Renditen bei rund 4,6 Prozent für Aktien und noch bei 1,8 Prozent für Anleihen.

Auch 60/40 Portfolio funktioniert

Mit einem ausgewogenen 60/40-Portfolio aus Schweizer Aktien und Schweizer Obligationen hätten Anleger seit 1900 eine solide annualisierte Nominalrendite von 6 Prozent erzielt, wobei eine 1912 oder später getätigte Anlage mit einer 10-jährigen Haltedauer immer positive Erträge abgeworfen hätte, und dies bei deutlich niedrigerer Volatilität als bei einem reinen Aktienportfolio (12 Prozent gegenüber 19 Prozent bei Aktien). Auch hier galt: Wer seit 1912 mindestens zehn Jahre investiert blieb, erzielte stets eine positive Rendite. 

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Grafik: Pictet