Grosse Vermögensverwalter küren ihre liebsten Depotbanken

Die Alliance of Swiss Wealth Managers (ASWM), vergab an ihrem diesjährigen «Gala Dinner», dem dritten in der Geschichte der Organisation, die Bank Awards 2026.

Die Organisation vereint 41 der grössten unabhängigen Vermögensverwalter des Landes. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft sind verwaltete Vermögen von mindestens 1 Milliarde Franken. entsprechend positioniert sich die Organisation im Segment der grössten External Asset Manager (EAM).

Am Anlass im Zürcher Aura versammelten sich rund 200 Gäste aus dem schweizerischen Wealth Management. Durch den Abend führte ASWM-Präsidentin Nicole Curti, die das Programm moderierte und eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion leitete.

CEOs unterstreichen strategische Bedeutung

Der Austausch zwischen Sergio Ermotti, CEO der UBS, und Stefan Bollinger, CEO von Julius Bär, war ein zentraler Moment. Auch wenn die Diskussion «off the record» stattfand, ist bereits die Tatsache aufschlussreich, dass gerade zwei CEOs grosser börsenkotierter Privatbanken daran teilnahmen.

Unabhängige Vermögensverwalter fungieren nämlich als wichtige Schnittstelle zwischen Banken und vermögenden Privatkunden. Ihre Bedeutung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen – nicht zuletzt, weil sie Kundengelder bündeln und massgeblich über Depotbanken und Produktwahl mitentscheiden.


Die Gewinner in der Reihenfolge der Preisvergabe. (Bilder: zVg)

In einer Kamingesprächsrunde mit Markus Wintsch (Vizepräsident der ASWM und CEO von Swisspartners) sprach Sven Holstenson, einer der sieben Partner der Pictet-Gruppe, über die GenAI-Revolution und wie sie es Menschen ermöglicht, sich stärker auf höherwertiges Denken und den Aufbau von Beziehungen zu konzentrieren, während KI-Tools die «Fleissarbeit» und repetitiven Aufgaben übernehmen.

Pictet talk

Sven Holstenson von Pictet (rechts) im Gespräch mit Markus Wintsch. (Bild: zVg)

Während man in der  «alten Welt» rund 90 Prozent der Zeit für Datensammlung und 10 Prozent fürs Denken aufwendete, hat sich dieses Verhältnis heute umgekehrt: 10 Prozent entfallen auf Datensammlung und 90 Prozent auf die Diskussion von Implikationen. Im Finanzsektor wird der Analyst dadurch zunehmend zum Piloten: Er oder sie gräbt nicht mehr selbst nach Daten, sondern entscheidet, wo gegraben wird, und widmet mehr Zeit der Interpretation der Ergebnisse.

Dies ermöglicht es Institutionen wie Pictet, Tradition mit einer mutigen technologischen Anpassung zu verbinden und so langfristigen Erfolg zu sichern.

Bewertung durch die Praxis

Die Vergabe der Bank Awards stützt ab auf einen Fragebogen sowie eine Abstimmung unter den ASWM-Mitgliedern. Bewertet wurden unter anderem Kundenservice, Finanzlösungen, operative Qualität, Technologie und Innovation.

Diese Methodik verleiht den Resultaten eine praxisnahe Aussagekraft: Die Bewertungen spiegeln die täglichen Erfahrungen der Vermögensverwalter in der Zusammenarbeit mit den Instituten.

Die Gewinner:

Client Service

  • Grosse Banken: Pictet
  • Mittelgrosse Banken: Banque Syz

Financial Solutions

  • Grosse Banken: UBS
  • Mittelgrosse Banken: VP Bank

Operational Excellence

  • Grosse Banken: Julius Bär
  • Mittelgrosse Banken: Zürcher Kantonalbank (ZKB)

Technology

  • Grosse Banken: Lombard Odier
  • Mittelgrosse Banken: Swissquote

Innovation

  • Grosse Banken: Vontobel
  • Mittelgrosse Banken: Luzerner Kantonalbank (LUKB)

Challenger

  • Union Bancaire Privée (UBP)

Die Kategorie «Challenger», die an UBP ging, zeichnet Institute aus, die sich mit massgeschneiderten Lösungen, Nischenzugängen und einer engen Kundenbetreuung differenzieren.

Ein strukturell wichtiger Kanal

Der gut besuchte Anlass zeigte auch strukturelle Aspekte des Wealth Management in der Schweiz auf: Unabhängige Vermögensverwalter sind als etablierter Vertriebskanal positioniert und gewinnen weiter an Einfluss auf die Allokation von Kundengeldern und die Auswahl von Banken.

Für Privatbanken ist der Zugang zu diesem Segment zunehmend auch eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit..