887 Milliarden: Unabhängige Vermögensverwalter auf Augenhöhe mit UBS

Gemessen an den betreuten Vermögen spielen die gut 1'300 unabhängigen Vermögensverwalter (UVV) in der Schweiz in einer Liga, die selbst von Finanzplatz-Kennern oft unterschätzt wird.

Hochrechnungen auf Basis der am Mittwoch im Zunfthaus zur Meisen präsentierten Branchenstudie von Chris Künzle und seinem Unternehmen FIN21 legen nahe, dass die hiesigen UVV zusammengenommen 887 Milliarden Franken an Kundengeldern verwalten.

(Bilder: Nadia Schärli)

Zusammen in der Nähe der UBS

Damit erreichen sie zusammen ein Volumen, das über jenem grosser Privatbanken liegt. Es liegt sogar höher als das global verwaltete Vermögen von Pictet, der Nummer 2 unter den Schweizer Privatbanken hinter der UBS.

Und selbst hier sind die UVV in Reichweite: Gemäss dem Geschäftsbericht 2025 der UBS belaufen sich die «Invested Assets» im Global Wealth Management in der Schweiz auf rund 891 Milliarden Dollar (weltweit: 4,8 Billionen Dollar).

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Den Moment festhalten (von links) Chris Künzle, Patrick Cettier und Jürg Furrer. (Bild: Nadia Schärli)

15 Prozent des Wealth-Management-Marktes

Insgesamt stehen die unabhängigen Vermögensverwalter für rund 15 Prozent des Wealth-Management-Marktes in der Schweiz.

Am Mittwoch traf sich die crème de la crème der Branche zur Diskussion der neuen Studie. Dabei wurde deutlich: Hinter der eindrücklichen aggregierten Grösse verbirgt sich ein Markt, der stark zersplittert ist, geprägt von unternehmerisch geführten Einzelunternehmen, persönlichen Kundenbeziehungen und sehr unterschiedlichen strategischen Ausgangslagen.

Alle Grössenklassen

Die Studie liefert eine umfassende Momentaufnahme der Branche. Sie basiert auf einer landesweiten Befragung, an der 170 von gesamthaft mehr als 1'300 unabhängigen Vermögensverwaltern teilgenommen haben.

Am deutlichsten zeigt sich die Heterogenität bei der Grösse der Institute. Die verwalteten Vermögen reichen von kleinen Einheiten mit weniger als 50 Millionen Franken bis zu Häusern mit mehreren Milliarden, faktisch Kleinbanken ohne Banklizenz. Zwei Drittel der Anbieter bewegen sich im Bereich zwischen 100 Millionen und 2 Milliarden Franken.

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Studienteilnehmer nach Assets under Management (AuM). (Quelle: FIN21, Grafik: finews)

41 Prozent mit steigender Marge

Besonders ins Auge sticht die demografische Struktur. Rund zwei Drittel der Geschäftsführer sind älter als 50 Jahre. Dieser Befund bekräftigt die seit langem diskutierte Frage nach der Nachfolge. Gleichzeitig zeigt sich der Sektor kleinteilig: Mehr als 80 Prozent der Vermögensverwalter beschäftigen höchstens zehn Mitarbeiter.

Ähnlich uneinheitlich entwickelt sich die Profitabilität: 41 Prozent der Befragten berichten von steigenden Reingewinnmargen, 33 Prozent von rückläufigen, bei rund einem Viertel bleiben sie stabil.

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Fast eine Normalverteilung: Margenentwicklung. (Quelle: FIN21, Grafik: finews)