Schweizer KI-Unternehmer erhält Auszeichnung von EY
Der Schweizer Technologieunternehmer Thomas Taroni gehört zu den drei Gewinnern des diesjährigen «EY Entrepreneur Of The Year Award». Der Gründer und Chef des KI- und Cloud-Anbieters Phoeniqs wurde in der Kategorie «Visionary Entrepreneurs» ausgezeichnet, wie EY am Montag mitteilte.
Die Preisverleihung fand am Freitag im Kongresshaus Zürich statt. Insgesamt waren 70 Unternehmerpersönlichkeiten aus 57 Unternehmen nominiert worden. Aus neun Finalisten bestimmte eine elfköpfige Jury die Gewinner in drei Kategorien. Der «EY Entrepreneur Of The Year Award» wurde in der Schweiz bereits zum 29. Mal vergeben.
Schweizer Infrastruktur für sensible Bankdaten
Phoeniqs entwickelt und betreibt Cloud- und KI-Infrastruktur für Unternehmen, die hohe Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit stellen. Zu den Zielgruppen gehören insbesondere Banken und andere Finanzdienstleister.
Wie finews Mitte Oktober berichtete, betreibt Phoeniqs offen verfügbare KI-Sprachmodelle auf eigener Infrastruktur in der Schweiz. Auch die Verarbeitung der Anfragen erfolgt nach Unternehmensangaben im Inland. Damit sollen Banken künstliche Intelligenz (KI) auch für vertrauliche Informationen einsetzen können, ohne diese an ausländische KI-Dienste weiterzugeben.
Die Nachfrage habe sich mit der Verbreitung generativer KI stark beschleunigt, erklärte Carla Bünger, Mitgründerin und Vizepräsidentin von Phoeniqs, damals im Gespräch mit finews.
Supercomputer und Partnerschaft mit Sunrise
Im Juni nahm Phoeniqs am Innovationscampus Uptown Basel in Arlesheim einen kommerziellen KI-Supercomputer in Betrieb. Das Unternehmen setzt dabei auf Hochleistungsrechner und ein selbst entwickeltes Betriebssystem.
Für den Vertrieb arbeitet Phoeniqs unter anderem mit Sunrise zusammen. Die im Mai angekündigte strategische Partnerschaft sieht vor, dass der Telekomkonzern den Zugang zu Geschäftskunden ermöglicht, während Phoeniqs die zugrunde liegende KI-Infrastruktur bereitstellt.
Kapitalaufnahme und Expansion geplant
Gegenüber finews hatte Bünger zudem angekündigt, dass Phoeniqs gemeinsam mit zwei Investmentbanken an seiner ersten strukturierten Kapitalaufnahme arbeitet. Ein Zielvolumen wurde nicht genannt. Bislang sei das Unternehmen überwiegend aus dem laufenden Geschäft gewachsen, ergänzt durch einzelne Investoren.
Auch international will Phoeniqs expandieren. In Spanien wurde bereits eine Tochtergesellschaft gegründet. Weitere Wachstumsmöglichkeiten sieht das Unternehmen insbesondere in Deutschland und im Nahen Osten. Dabei sollen die KI-Infrastruktur und die Datenverarbeitung jeweils vor Ort aufgebaut werden, um den lokalen Anforderungen an die Datensouveränität zu entsprechen.
Weitere Preise für Biotechnologie und Industrie
Neben Taroni wurden zwei weitere Schweizer Unternehmerpersönlichkeiten ausgezeichnet. In der Kategorie «Scale-up Leaders» ging der Preis an Daniela Marino, Mitgründerin und CEO des Zürcher Biotechnologieunternehmens Cutiss. Das Unternehmen entwickelt personalisiertes menschliches Hautgewebe, insbesondere für die Behandlung schwerer Verbrennungen.
In der Kategorie «Entrepreneurs in Family Business» wurde Pascal Bourquard Jr ausgezeichnet. Er leitet das jurassische Familienunternehmen Biwi, das unter anderem Spezialmaterialien für die Uhren-, Medizin- und Automobilindustrie herstellt. Das Unternehmen hält mehr als 22 Patente und beliefert über 300 internationale Marken.














