Superpremium-Manufaktur setzt auf Keramik und NFL-Stars

Vom 2. bis 6. September stehen in Genf die Geneva Watch Days an, das grosse Schaufenster der unabhängigen Haute Horlogerie. Die Superpremium-Manufaktur Bianchet reist mit zwei Ankündigungen an, die sie beide bereits am Montag lanciert hat.

Im Zentrum steht das Modell UltraFino Tonneau. Das fliegende Automatik-Tourbillon kommt neu in Hochleistungskeramik, in zwei Farbausführungen: tiefes Blau mit Schwarz sowie Weiss mit Kobaltblau.

Keramik als Architektur

Gehäuse und integriertes Armband bestehen vollständig aus Keramik. Das Material umspielt die kantigen Tonneau-Formen als durchgehende, skulpturale Linie.

Einfach ist das nicht. Einmal gebrannt, ist Keramik extrem hart und kratzfest, verzeiht bei der Bearbeitung aber keine Fehler. Nur Diamantwerkzeuge schneiden und polieren sie.

Mathematik am Handgelenk

Im Innern arbeitet das hauseigene Kaliber UT01. Das Werk aus Grade-5-Titan misst 3,85 Millimeter, bietet 60 Stunden Gangreserve und hält Stösse bis 5'000 G aus.

Die Proportionen folgen dem Goldenen Schnitt und der Fibonacci-Folge – seit jeher die Handschrift der Marke. Mit 8,9 Millimetern Höhe bleibt die Uhr flach. Der Preis: 72'500 Franken, exklusive Steuern.

Zwei Brüder aus der NFL

Der zweite Aufschlag ist personeller Natur. Bianchet verpflichtet die NFL-Profis Chase Brown (Cincinnati Bengals) und Sydney Brown (Atlanta Falcons) als Markenbotschafter. Die Zwillinge gehen im American Football je eigene Wege.

Chase and Sydney Brown
Chase und Sydney Brown. (Bild: Bianchet)

Die Wahl passt zum Selbstbild des Hauses. Rodolfo und Emmanuelle Festa-Bianchet führen die Manufaktur gemeinsam mit ihren Drillingssöhnen. «Wir haben in Chase und Sydney etwas zutiefst Vertrautes erkannt – nicht weil sie Brüder sind, sondern wegen der Art, wie sie sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornen», lassen sich die Gründer zitieren.

Vom Fintech zum Tourbillon

Bianchet, gegründet vom früheren Fintech-Unternehmer Rodolfo Bianchet und seiner Frau, lancierte 2021 die erste Uhr.

Im Frühling sorgte die Marke mit einer Kooperation mit Maserati an den Watches and Wonders für Aufsehen. Nun folgt, ebenfalls in Genf,  der nächste Doppelschlag.