Mitarbeiterdaten: Credit Suisse unterliegt erneut vor Genfer Gericht

Die Übermittlung von Daten in die USA war nicht rechtens – das Genfer Kantonsgericht stützte nun erneut die Klage einer Ex-Mitarbeiterin der Credit Suisse. Ist damit eine Präzedenz geschaffen?

Der Steuerstreit mit den USA hält für die zweitgrösste Schweizer Bank eine weitere Unannehmlichkeit bereit. So erlitt die Credit Suisse (CS) im seit Jahren andauernden Streit über die Weitergabe von Mitarbeiterdaten an die US-Behörden eine neuerliche Niederlage.

Wie nämlich die Agentur «AWP» am Dienstag berichtete, gab das Genfer Kantonsgericht in der zweiten Instanz einer Ex-CS-Mitarbeiterin recht. Diese hatte sich zuvor erfolgreich gegen die Herausgabe ihrer Daten an die USA gewehrt. finews.ch hatte bereits über ähnliche Fälle berichtet.

Über 1000 Datensätze verschickt?

Die CS hatte das Urteil des Genfer Gerichts angefochten – ohne Erfolg, wie sich nun zeigt. Der Cour de Justice de Genève entschied am 11. Dezember erneut für die Sache der ehemaligen Angstellten des US-Desks bei der Schweizer Grossbank. Vertreten wurde die Bankerin durch den Anwalt Douglas Hornung, der sich bereits in ähnlich gelagerten Fällen engagierte.

Die ehemalige Betreuerin von US-Kunden warf der CS vor, sie habe unrechtmässig 1'623 Datensätze an die amerikanischen Behörden weitergegeben. Die Übermittlung von 50 weiteren Dokumenten konnte die Klägerin durch eine Verfügung stoppen, wie es weiter hiess.

Nur ein Einzelfall

Das Kantonsgericht entschied nun aber in einem Einzelfall – das Urteil bedeutet also nicht, dass auf einmal jegliche Weitergabe von Mitarbeiter-Daten unrechtmässig wäre. Dahingehend interpretierte auch die CS das Urteil gegenüber «AWP».

Im Zuge der Beilegung des Steuerstreits mit den USA – die auch weiterhin in Gange ist – haben zahlreiche Banken umfangreiches Datenmaterial an die US-Behörden übermittelt. Darunter befinden sich auch Daten zu Mitarbeitenden. Entsprechend gewinnt jedes Urteil in der Sache einigen Zündstoff.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Gegen die romantische Verblödung
  • Deutsche Bank im Visier Chinas
  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nackfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

Der Todesstoss fürs Online-Banking

Der Bankkunde von heute nutzt das Internet und Apps. Aber wie lange noch?

Selection

Die spektakulärsten Bankgebäude der Welt

Die spektakulärsten Bankgebäude der Welt

Eine Expertenjury hat die weltweit 15 beeindruckendsten Firmensitze gekürt.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

weitere News