Julius Bär: Weniger Gewinn, mehr verwaltete Vermögen

Stefan Bollinger zieht eine zufriedene Bilanz unter sein erstes Jahr bei Julius Bär: «Wir haben im Jahr 2025 eine starke Leistung erbracht – ein Beleg für unsere Widerstandsfähigkeit, das anhaltende Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden sowie das grosse Engagement unserer Mitarbeitenden.»

Ein Blick auf die am Montag präsentierten Zahlen hinterlässt jedoch ein gemischtes Bild. Die Zürcher Privatbank konnte zwar die verwalteten Vermögen um 5 Prozent auf rekordhohe 521 Milliarden Franken steigern und profitierte dabei von Netto-Neugeldern in der Höhe von 14,4 Milliarden Franken. Am meisten Neugeld kam von Asien, aber auch Europa und insbesondere Deutschland sowie die Vereinigten Arabischen Emirate waren starke Märkte, wie CEO Stefan Bollinger an einem Call am späteren Morgen erklärte.

Unter dem Strich fällt der Konzerngewinn aber deutlich geringer aus als im Vorjahr: Er sank von 1’022 Millionen Franken im 2024 auf 764 Millionen Franken im 2025. 

Wertberichtigungen schenken ein

Grund dafür sind unter anderem die im vergangenen Jahr kommunizierten Wertberichtigungen, die Auflösung von Steuerrückstellungen aus dem Jahre 2024, und nicht zuletzt schlug sich auch der Abschluss des Verkauf des inländischen Brasiliengeschäfts negativ auf den Geschäftserfolg: Netto-Effekt von 99 Millionen Franken.

Fortschritte erzielte Julius Bär im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Der Erfolg stieg um 5 Prozent auf 2’314 Millionen Franken. Die wiederkehrenden Erträge (Summe von Beratungs- und Verwaltungsgebühren und Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft aus anderen Dienstleistungen) nahmen um 5 Prozent auf 1’822 Millionen Franken zu.

Bei den Courtagen und dem Ertrag aus den Wertschriftenemissionen resultierte ein 12 Prozent höherer Ertrag (802 Millionen Franken). Dies ist auf eine erhöhte Kundenaktivität zurückzuführen. 

Der Kommissionsaufwand nahm um 23 Prozent auf 310 Millionen Franken zu.

Sparprogramm: Ziel mehr als erreicht

Nicht unerwartet gestaltet sich das Zinsgeschäft schwierig. Der Erfolg verringerte sich um 252 Millionen auf 125 Millionen Franken. Obwohl die Kundenausleihungen im Vergleich zum Vorjahr um 1 Prozent höher ausfielen, führte die Kombination von anhaltend rückläufigen Zinsen, der relativen Verlagerung zu geringer verzinsten Krediten in Franken und einem schwächerer Dollar zu einem Rückgang der Zinserträge aus Kundenausleihungen um 29 Prozent auf 1’159 Millionen Franken.

Das Sparprogramm führte per Ende 2025 zu Bruttoeinsparungen von 130 Millionen Franken auf Run-Rate-Basis. Das ursprüngliche Ziel von 110 Millionen Franken wurde um 20 Millionen übertroffen. Die Gesamtkosten zur Erreichung dieses Einsparungsziels belaufen sich auf 40 Millionen Franken. 

Das Sparen geht weiter

Das Wachstum beim Geschäftsaufwand konnte damit allerdings nicht gebremst werden. Dieser nahm im Vorjahresvergleich um 1 Prozent auf 2’823 Millionen Franken zu. Der Personalaufwand erhöhte sich um 3 Prozent auf 1’851 Millionen Franken, und die Abschreibungen und Wertminderungen auf immateriellen Vermögenswerten gingen um 6 Prozent auf 154 Millionen Franken hoch, während der Sachaufwand um 7 Prozent auf 722 Millionen Franken zurückging.

Beim Personalaufwand schlugen unter anderem höhere Incentive- und leistungsbezogene Kosten zu Buche.

Sparen ist weiterhin angesagt. Der Strategiezyklus 2026–2028 sieht auf Run-Rate-Basis weitere Bruttokosteneinsparungen von 130 Millionen Franken vor. Der Betrag soll durch strukturelle Effizienzsteigerungen erreicht werden. Die Gesamtkosten zur Erreichung dieses Einsparungsziels liegen laut der Mitteilung vom Montag bei rund 65 Millionen Franken.