«Wir werden schon bald wieder einige wegziehen sehen»

Lutz Karl schätzt den hiesigen Finanzplatz. «Ich fand die Schweiz schon immer sehr professionell aufgestellt», sagt der Head of the Global Corporate Bank Switzerland bei J. P. Morgan im Podcast von finews. Karl hat den Vergleich: Er war schon in Deutschland, Asien und Spanien tätig. 

Derzeit sieht er den Finanzplatz in einer Phase zwischen Umstrukturierung und Neuorientierung. Dies hängt zum einen mit dem Wegfall der Credit Suisse zusammen. Zum anderen mit dem Verhalten der Kunden. «Die Firmen fliegen heute sehr stark auf Sicht. Sie haben einerseits den Fokus auf einer starken Kapitalstruktur, andererseits müssen sie flexibel bleiben, um keine wichtige technologische Veränderung zu verpassen», sagt er. 

Zahlreiche ausländische Institute sehen die derzeitige Situation als Chance und haben ihre Präsenz in der Schweiz verstärkt. «Die Kunden schätzen Konstanz. Sie haben zu viele Auslandbanken kommen und gehen sehen», stellt Lutz fest. Konstanz alleine genügt allerdings nicht, um sich auf dem Finanzplatz Schweiz zu behaupten. Doch darf der Faktor nicht unterschätzt werden.

Da der Kuchen nur begrenzt grösser geworden ist, ist Lutz überzeugt: «Wir werden schon bald wieder einige wegziehen sehen, weil es für sie nicht funktioniert hat.» 

Weshalb J.P. Morgan nicht darunter fallen wird und welche Entwicklungen Lutz bei den Schweizer Firmen feststellt, gibt es im Podcast von finews zu hören.  

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