Bär nominiert Grossbank-Compliance-Spezialisten für VR
Bei der Bank Julius Bär, die am Montag ihren Geschäftsbericht vorgelegt hat, kommt es zu einer Veränderung im Verwaltungsrat. Olga Zoutendijk werde sich an der Generalversammlung am 9. April 2026 nicht zur Wiederwahl stellen, hat die Gruppe ebenfalls am Montag bekanntgegeben – und mit Colin Bell gleich auch einen Ersatz vorgeschlagen.
Im Communiqué wird Bell als «eine vielseitig qualifizierte Führungspersönlichkeit aus der Bankenbranche» bezeichnet, die über umfassende Erfahrung in Unternehmensführung sowie ausgezeichnete Fachkenntnisse in den Bereichen Geldwäschereiprävention, Financial Crime Compliance und Non-Financial Risk verfüge.
Guter Draht zu Aufsichtsbehörden und militärische Karriere
Bell hat vor kurzem seine operative Laufbahn beendet, um sich Beratungsaufgaben und Verwaltungsratsmandaten zu widmen. Er war früher u.a. als Group Chief Compliance Officer bei HSBC sowie als Group Chief Compliance Officer und Head Non-Financial Risk bei UBS tätig. Gestartet hatte er seine Karriere allerdings nicht im Finanzsektor, sondern bei der britischen Armee, für die er 16 Jahre verschiedene Führungsfunktionen wahrnahm, was wohl der Grund ist, dass Bär auch seine «geopolitischen Kenntnisse» hervorhebt.
Bell verfüge über ein gutes Netzwerk zu den britischen Aufsichtsbehörden Financial Conduct Authority, Prudential Regulation Authority und der Europäischen Zentralbank. Er habe in seiner Zeit bei der UBS auch eng mit der Finma zusammengearbeitet.
Doppel mit Urban Angehrn
Noel Quinn, Verwaltungsratspräsident der Julius Bär Gruppe, kommentiert die Nomination: «Er verfügt über weitreichende Erfahrung und wird mit seinen beim Aufbau und bei der Umsetzung anspruchsvoller Compliance-Programme erworbenen Fähigkeiten sowie mit seinen bedeutenden Kompetenzen im Bereich der Unternehmens- und Technologietransformation wichtige Beiträge leisten.»
Bereits Anfang Februar hatte Bär angekündigt, Urban Angehrn (dem ehemaligen Direktor der Finma) als neues Mitglied des Verwaltungsrates vorzuschlagen.
Geschlechterdiversität: Ziel nicht erreicht
Die Gruppe hält nun fest, das mit diesen vorgesehenen Veränderungen im Leitungsgremium die selbst gesetzten Ziele und Vorgaben betreffend Geschlechterdiversität «bedauerlicherweise» nicht erreicht würden. Das soll sich ändern: «Der Verwaltungsrat ist aktiv mit der Suche und Auswahl hochqualifizierter Kandidatinnen befasst, die die Expertise des Verwaltungsrates weiter stärken und dessen Bekenntnis zu Diversität unterstützen.»
Geeignete Nominierungen sollen den Aktionären «vorzugsweise noch vor der nächsten ordentlichen Generalversammlung 2027» unterbreitet werden.















