Der erste regulierte Stablecoin auf den Franken kommt aus Frankfurt
Angekündigt wurde die Emission des ersten vollständig MiCAR-kompatiblen Stablecoin auf den Franken mit dem Kürzel CHFAU bereits Anfang Februar, und zwar von Allunity in Frankfurt. Nun ist es soweit: Gemäss einer Medienmitteilung vom Donnerstag hat das E-Money-Institut den CHFAU nun effektiv lanciert. Der Stablecoin ist eins zu eins mit Sicherheiten in Franken hinterlegt.
Allunity ist ein Gemeinschaftsunternehmen von DWS Group, Flow Traders und Galaxy für eine digitale Zahlungsinfrastruktur und hat bereits den E-Euro (EURAU) emittiert, ein regulierter in Euro denominierter Stablecoin.
Nachfrage nach einem regulierten digitalen Franken
Mit dem neuen Produkt reagiere man auf die Nachfrage von institutioneller Seite und von Unternehmen nach einem regulierten digitalen Franken, der für Zahlungen, Abwicklungen und Liquiditätsmanagement eingesetzt werden kann.
Allunity-CEO Alexander Höptner vermerkt in der Mitteilung stolz: «Als Reaktion auf die starke Nachfrage nach einem konformen digitalen Schweizer Franken haben wir innerhalb weniger Monate den Weg vom Konzept bis zur Einführung zurückgelegt und damit die Stärke und Skalierbarkeit der Mehrwährungsplattform von Allunity unter Beweis gestellt.»
Der CHFAU wird auf der Ethereum-Blockchain lanciert, später im Jahr sollen weitere Blockchains dazukommen.
Praxisverschärfung der Finma: Schweiz im Hintertreffen
Die Schweiz ist im internationalen Stablecoin-Wettbewerb stark ins Hintertreffen geraten. Die Finma hatte mit einer Aufsichtsmitteilung im Juli 2024 die Praxis so verschärft, dass Emissionen aus der Schweiz heraus de facto nicht mehr realisierbar waren.
Nach einem Sturm der Empörung in der Branche gab der Bundesrat im Oktober 2025 eine Änderung des Finanzinstitutsgesetzes (Finig) in die Vernehmlassung, mit dem Ziel, die Rahmenbedingungen für die Integration innovativer Finanztechnologien ins bestehende System zu verbessern. Verbände der Kryptoindustrie und auch die Schweizerische Bankiervereinigung haben Stellungnahmen dazu eingereicht, die von der Verwaltung nun ausgewertet werden.
Gedämpfte Erwartungen an die Finig-Vorlage
Doch die Erwartungen an die Finig-Vorlage sind eher gedämpft, wie auch an einer Podiumsveranstaltung an der Finanz 2026 am Mittwoch in Zürich zum Ausdruck kam. Vertreten waren dort Alexander Thoma (Head of Digital Assets bei Postfinance), Jan De Schepper (CEO von Yuh und CMO von Swissquote), Mathias Ruch (Vorsitzender des Expert Council der Swiss Blockchain Federation, SBF) und Magdalena Boskic (Crypto Compliance Expert bei Kellerhals Carrard), SBF-Geschäftsführer Pascal Ihle moderierte.
Zum einen haben andere Länder in der Zwischenzeit ein günstiges regulatorisches Umfeld für eine Stablecoin-Industrie geschaffen, die USA mit dem Genius Act und die EU mit MiCAR. Aber auch der Nahe Osten ist attraktiv für die damit verbundenen Fintech-Startups. Zum anderen scheint sich beim Eidgenössischen Finanzdepartement und bei der Finma in den letzten Jahren die Philosophie einer relativ rigorosen Risikovermeidung durchgesetzt zu haben, auf Kosten der Offenheit gegenüber Innovationen. Auf dem Podium wurde denn auch daran erinnert, dass entscheidend ist, wie die Behörden das Gesetz mittels Verordnungen und Aufsichtsmitteilungen konkretisieren.
Hoffentlich ist es kein schlechtes Omen für den Kryptostandort Schweiz, dass kein Behördenvertreter Platz auf dem Podium gefunden hat.














