Liechtenstein erlebt die Geburt einer neuen Bank

Am Freitagmorgen gab die Celsion Bank bekannt, dass sie nach Erhalt einer vollwertigen liechtensteinischen Banklizenz im Februar offiziell den operativen Betrieb aufgenommen hat.

Der Start markiert einen Meilenstein für ein Projekt, das finews bereits 2024 unter dem Namen Celsion Finance vorgestellt hatte. Seither hat sich die Initiative jedoch deutlich weiterentwickelt, nicht zuletzt durch eine weitgehende Neubesetzung des Führungsteams.

Neue Führung

Heute wird die Bank von Markus Federspiel (ehemaliger CEO der Bendura Bank) geleitet, unterstützt von seinem Management, bestehend aus Mauro Casellini (Chief Growth Officer), Holger Schultes (Chief Operating Officer), Harald Siegel (Chief Financial Officer) und Kevin Pekar (Chief Risk Officer).

Celsion richtet sich gezielt an Finanzinstitute sowie an institutionelle und professionelle Kunden, die Zugang zu digitalen Vermögenswerten suchen.

Infrastruktur für institutionelle Digital-Asset-Kunden

Im Zentrum steht eine Infrastruktur, die klassische Bankdienstleistungen mit Funktionen rund um digitale Vermögenswerte in einem System vereint. Zum Start umfasst das Angebot Verwahrung, Handel, Staking und Transferdienste sowie grundlegende Bankdienstleistungen – alles innerhalb eines vollständig regulierten Rahmens.

«Kunden mit Aktivität im Bereich digitaler Vermögenswerte benötigen ein Bank-Setup, in dem Handel, Verwahrung und Zahlungsverkehr nahtlos zusammenspielen. Genau diese Infrastruktur bietet Celsion», sagt Verwaltungsratspräsident Lee Weiss gemäss Mitteilung.

Umkämpfter Markt

Der Standort Liechtenstein ist dabei strategisch gewählt. Die Kombination aus Banklizenz und MiCAR-Zulassung eröffnet direkten Zugang zum europäischen Binnenmarkt – ein regulatorischer Vorteil in einem Umfeld, in dem der Wettbewerb zunehmend intensiver wird.

Mit diesem Modell stösst Celsion in ein Wettbewerbsfeld vor, das bislang von wenigen spezialisierten Anbietern geprägt ist. In der Schweiz hat sich insbesondere die Sygnum Bank eine führende Position im regulierten Krypto-Banking für institutionelle Kunden erarbeitet und baut ihre internationale Präsenz weiter aus – Berichten zufolge auch mit Blick auf den europäischen Markt über eine MiCAR-Lizenz in Liechtenstein.

Europa als nächstes Spielfeld

CEO Federspiel formulierte den Anspruch entsprechend: «Wir bauen nicht einfach eine weitere Bank auf, sondern gestalten ein Modell, das die langfristige Integration von traditionellem Bankwesen und digitalen Vermögenswerten in einem vollständig regulierten Umfeld ermöglicht.»

Von Liechtenstein aus – einem Finanzplatz mit klaren regulatorischen Rahmenbedingungen für Blockchain-basierte Geschäftsmodelle – will sich Celsion nun als neuer Akteur im europäischen B2B-Markt für Digital-Asset-Banking etablieren.