SNB erhöht Bereitschaft zu Interventionen an den Devisenmärkten

Die Schweizerische Nationalbank SNB werde auch weiterhin das Instrument der Intervention am Devisenmarkt einsetzten, um den Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken zu dämpfen, sagte SNB-Präsident Martin Schlegel an einer Veranstaltung der Zürcher Volkswirtschaftliche Gesellschaft am Dienstag.

«Das Hauptinstrument ist der SNB-Leitzins, aber es gibt Situationen, in denen es sinnvoll ist, auf dem Devisenmarkt aktiv zu werden, um die richtigen geldpolitischen Bedingungen zu schaffen», sagte Schlegel. Der Aufwertungsdruck sei seit der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten gestiegen. Der Franken sei in Zeiten der Unsicherheit als sichere Anlage gefragt.

Die SNB hatte in der vergangenen Woche ihren Leitzins bei 0 Prozent belassen und angekündigt, einer übermässigen Aufwertung des Schweizer Frankens entgegenzuwirken, die die Importpreise drückt und das Ziel der Zentralbank einer jährlichen Inflationsrate von 0 bis 2 Prozent gefährdet.

11-Jahres-Hoch zum Euro

Der Franken hatte Anfang März gegenüber dem Euro ein 11-Jahres-Hoch erreicht und legte auch gegenüber dem Dollar zu. Die Inflation war verhalten und lag im Januar und Februar bei 0,1 Prozent.

Negativzinsen hätten sich in der Vergangenheit als wirksam erwiesen, so Schlegel weiter. Sie hätten den Franken weniger attraktiv gemacht und den Aufwertungsdruck gedämpft. Sie hatten aber auch eine Reihe von negative Nebenwirkungen.

«Wir sind bereit, Negativzinsen wieder einzuführen, aber die Hürde dafür ist höher», betonte er.

Durch den Angriff der USA und Israels auf den Iran ist die geopolitische Lage deutlich unsicherer geworden. Der Anstieg der Energiepreise hat die Unsicherheit erhöht, sagte der SNB-Präsident. Vor dem Konflikt im Nahen Osten sei das Wirtschaftswachstum vielerorts widerstandsfähiger geblieben als erwartet. Nun dürfte sich das lobale Wirtschaftswachstum vorübergehend etwas verlangsamen, so die Einschätzung der SNB.

Zuvor hatte Petra Tschudin, Mitglied des SNB-Direktoriums, erklärt, dass die Inflation in der Schweiz kurzfristig wahrscheinlich etwas ansteigen werde und hatte dabei ebenfalls auf den Aufwärtsdruck bei den globalen Energiekosten verwiesen.