Leonteq zieht umstrittenen Antrag zurück
Eine so kurzfristige Änderung der Traktandenliste an einer GV ist eher unüblich. «Der Verwaltungsrat der Leonteq AG hat beschlossen, den Antrag auf Entlastung der Mitglieder des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 zurückzuziehen«, heisst es in einer Mitteilung am Morgen der Aktionärsversammlung.
Damit reagiert das Aufsichtsgremium auf die Empfehlungen der Aktionärsstiftung Ethos. Diese hatte den Aktionärinnen und Aktionären geraten, gegen die Décharge des Managements zu stimmen, und auch den Daumen zu anderen Punkten in Bezug auf Vergütung oder Nachhaltigkeitsbericht gesenkt.
Spätfolge des abgeschlossenen Enforcement-Verfahrens
Hintergrund sind immer noch das im Dezember 2024 von der Finma abgeschlossene Enforcement-Verfahren der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma und die Einsetzung eines Prüfbeauftragten.
Wie das Unternehmen erneut betont, habe man alle verbleibenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen adressiert. «Die Überprüfung dieser Massnahmen wurde von einem von der Finma beauftragten Prüfungsbeauftragten im Laufe des zweiten Halbjahres 2025 abgeschlossen, wobei nur noch wenige Punkte bis Ende 2025 geändert oder in die Prozesse des Unternehmens integriert werden mussten», schreibt der Derivateanbieter. Die abschliessende Kontrolle dieser Punkte habe im ersten Quartal 2026 begonnen und werde zu gegebener Zeit abgeschlossen sein.
Der Verwaltungsrat beabsichtige, den Antrag auf Entlastung an einer künftigen Generalversammlung erneut vorzulegen.
A.o. GV später im Jahr geplant
Zuvor hatte es bereits eine Verschiebung des geplanten Wechsels auf dem VRP-Posten gegeben, wie auch finews berichtete. Ursprünglich war geplant, dass an der heutigen GV Felix Oegerli den bisherigen Verwaltungsratspräsidenten Christopher Chambers ablösen soll. Das wurde jedoch ebenfalls verschoben.
Grund ist der Rückzug der Ankeraktionärin Raiffeisen. Diese senkt ihre Beteiligung und verkauft einen grossen Teil ihrer Position an eine Aktionärsgruppe, der auch Oegerli angehört. Die Gruppe wird nach Abschluss der Transaktion einen Anteil von 30,1 Prozent der ausstehenden Anteile halten. Die Wahl des neuen VRP soll erst stattfinden, wenn der Verkauf abgeschlossen ist.















