GZO: Gläubiger sollen «Abstimmungsformular wegwerfen»
Die Unterlagen für die Gläubigerversammlung vom 28. Oktober sind verschickt, abgestimmt wird schriftlich bis zum 7. November.
Gestern haben zwei Wortführer der kritischen Gläubigerseite Position bezogen: Gregor Greber, der von den Anleihensgläubigern gewählte Beobachter im Verwaltungsrat der GZO AG Spital Wetzikon, in einem Schreiben, das finews vorliegt. Und Clearway Capital in Form einer online publizierten Präsentation.
Beide empfehlen dasselbe Vorgehen: nichts tun. Das Zustimmungsformular kennt kein Nein-Feld, und wer es bis zum 7. November nicht retourniert, wird als Nein-Stimme gezählt. «Werfen Sie die Formulare weg», heisst es bei Clearway.
«Konkursdividende von bis zu 60 Prozent»
Dass die acht Grossgläubiger den Nachlassvertrag nicht mittragen, ist seit dem Brief vom 9. September bekannt (finews berichtete). Neu ist, dass Greber den Konkurs ausdrücklich zur besseren Lösung erklärt und mit einer Zahl versieht. Er habe «Vertrauen in das Konkursverfahren und eine deutlich höhere Konkursdividende von bis zu 60 Prozent».
Ein Konkurs wäre «zweifellos ein Ende mit Schrecken», räumt er ein. Er sei aber gegenüber einem Nachlassvertrag, der erhebliche Vermögenswerte nicht zugunsten der Gläubiger realisiere, die konsequentere Lösung.
Das von Greber zuvor favorisierte Barangebot von Infracore (finews berichtete) über 55 Millionen Franken bleibt sein Massstab für den Immobilienwert.
Streit um den Barwert
Clearway unterlegt die Kritik mit weiteren Zahlen. Konkurs bedeute nicht Liquidation, sondern den Verkauf des laufenden Spitalbetriebs unter Gläubigerkontrolle, was 55 bis 60 Prozent einbringe. Die beworbenen 47,5 Prozent des GZO-Plans seien irreführend: bar flössen 2027 lediglich 29 Prozent, der Rest sei ein zinsloses Zahlungsversprechen für 2037 und bedingte Zusatzdividenden. Der heutige Wert liege bei rund 33 Prozent.
Sachwalter und Spitalleitung kommen dagegen auf eine Festdividende von 39,3 Prozent und veranschlagen den Konkurs auf 23,1 bis 29,3 Prozent. Das nachgebesserte Infracore-Angebot, das den Gläubigern gar nicht vorgelegt wird, läuft seinerseits am 31. Oktober ab.
Gezählt wird bis am 7. November
Für die Annahme des Thurmed-Vorschlags braucht es mehr als die Hälfte der Gläubiger mit mindestens zwei Dritteln der Forderungen oder einen Viertel mit mindestens drei Vierteln.
Scheitert der Nachlassvertrag, bleibt wenig Zeit: Die Stundung endet am 19. Dezember, eine weitere Verlängerung ist derzeit nicht vorgesehen.















