Helvetia Baloise: Erste Kündigungen, hohe Erwartungen

Von Max Fischer 

«Nach Abschluss des gesetzlich vorgeschriebenen Informations- und Konsultationsverfahrens per Ende Januar haben in den vergangenen Wochen erste Gespräche mit Mitarbeitenden stattgefunden, deren Stellen vom angekündigten Abbau betroffen sind», sagt Unternehmenssprecherin Fiona Egli zu finews. Konkrete Zahlen will Helvetia Baloise jedoch nicht nennen.

Brancheninsider berichten von rund 600 Stellen in der Zeit von Januar bis Ende März.

Bis zu 1'800 Stellen verschwinden in der Schweiz 

Im Zuge der Fusion will das neue Unternehmen zwischen 2026 und 2029 bis zu 2'600 Stellen abbauen. Allein in der Schweiz sind gemäss Egli davon 1'400 bis 1'800 Menschen betroffen: 1'000 bis 1'200 in der Markteinheit Schweiz und 400 bis 600 in Konzernfunktionen.

Der Versicherungskonzern will alles daran setzen, die Zahl der effektiven Kündigungen möglichst gering zu halten, unter anderem durch natürliche Fluktuation oder Frühpensionierungen. Ein früherer Baloise-Mitarbeiter befürchtet gegenüber finews, dass es zu vielen verdeckten Kündigungen kommt und die Entlassungszahlen so geschönt werden. Ihm selber seien schrittweise immer mehr Kompetenzen weggenommen worden – bis er selber von sich aus gekündigt habe. Er sei kein Einzelfall. Klar ist: Ellbögeln, sich in Position bringen und eine Zwei-Klassengesellschaft gehören gerade bei Fusionen im Finanzbereich zum Business-Alltag.

Es liegt am Konzern

«Der Erfolg des Mergers hängt weniger vom Marktumfeld ab – Helvetia Baloise ist eine Self-Help-Story und kann den Erfolg eigenständig erreichen, unabhängig von den allgemeinen Bedingungen im Versicherungsmarkts», ist Vontobel-Analyst Matteo Lindauer überzeugt.

Das Unternehmen hat es selber in der Hand: Wie gelingt die Integration von Werten und Kulturen? Wie können Synergien optimal genutzt und Kosten effizient eingespart werden? Laut Linderauer wird die volle Wirkung des Mergers voraussichtlich erst in drei Jahren sichtbar sein. Der Analyst hofft, am Capital Markets Day am 15. April in London mehr darüber zu erfahren, worauf das Unternehmen nach der Integration seinen Fokus legen wird.