Carsten K. Rath: «Dieses Hotel zelebriert den wahren Luxus»
Die Stille findet der Suchende im Relais & Châteaux Sitatunga Private Island. Das exklusive Camp der Great Plains Conservation im Okavango-Delta ist ein ultimatives Ziel für anspruchsvolle Individualisten, die wahren Luxus in absoluter Abgeschiedenheit und maximaler Privatsphäre suchen. Es gibt keine Geländewagen. Das Camp liegt auf einer tiefen, von Wasserwegen umschlossenen Insel, auf der klassische Safaris im Auto unmöglich sind. Stattdessen erkundet man die unberührte Natur vom Boot aus oder zu Fuss.

Oase der Stille aus der Luft: Ein spektakulärer Blick auf Sitatunga Private Island, das sich organisch in das dichte Baumdach des Okavango-Deltas schmiegt. (Bild: zVg)
Helikopter-Anflug auf ein Meisterwerk
Die Anreise ist atemberaubend. Vom Omdop Airstrip, einer privaten Schotter-Landepiste im Busch fliegt mich ein Helikopter in zehn Minuten über die sumpfigen, glitzernden Weiten des Deltas direkt ins Camp. Hätte ich mehr Zeit, hätte ich eine spektakuläre Alternative gewählt: eine wilde Motorboot-Fahrt, die fünf Kilometer lang dem Okavango River folgt.

Ein imposanter Löwe, meisterhaft aus Treibholz geschnitzt, bewacht den Lounge-Bereich. Das Interieur im Hintergrund zeigt die Handschrift der Jouberts: Warme Erdtöne, edles Leder und handgefertigte Details. (Bild: zVg)
Relais & Châteaux Sitatunga ist ein architektonische Meisterwerk des legendären Filmemacher-Paares Dereck und Beverly Joubert. Die beiden Starfotografen engagieren sich für Umwelt- und Artenschutz und verwalten mit ihrer Foundation rund 1,6 Millionen Acres geschütztes Land. Aktuell betreibt die von ihnen gegründete Great Plains Conservation 18 luxuriöse Safari-Camps und Lodges in Botswana, Kenia und Simbabwe.

Schwebende Kokons: Die nur zwei riesigen Zelt-Suiten thronen auf erhöhten Plattformen aus recycelten Eisenbahnschwellen. (Bild: zVg)
Edle Kokons als Rettungsboot für die Wildnis
Für die Jouberts ist Luxus-Hospitality das ultimative Rettungsboot für die Wildnis. Jede Buchung finanziert direkt das Project Ranger, eine Art Nothilfefonds für Wildhüter, die die Wilderei in unterfinanzierten Schutzgebieten Afrikas bekämpfen.
Im Relais & Châteaux Sitatunga wird Luxus über maximale Privatsphäre und kompromisslosen Umweltschutz definiert. Das Camp beherbergt in seinen zwei riesigen Zelt-Suiten und einer Familiensuite gerade einmal acht Gäste. Wie edle Kokons thronen die Unterkünfte in den Baumkronen – optisch angelehnt an die traditionellen, geflochtenen Fischkörbe der einheimischen Bayei-Fischer. Das gesamte Resort wurde umweltfreundlich aus dem Holz alter Eisenbahnstrecken errichtet, ohne neues Holz zu schlagen oder Kunststoffe zu verwenden.

Wellness im Kokon: Die großzügigen, zeltartigen Suiten definieren Luxus neu und verbinden haptische Qualität mit unberührter Natur. (Bild: zVg)
Unaufgeregter Luxus im Herzen der Wildnis
Das Interieur zieht seine Farben direkt aus der Natur: Neblige Grüntöne und von der Sonne ausgebleichte Hölzer verschmelzen mit feinstem Leder und prachtvollen Kupferbadewannen. Die organische Formen, raue Leinenstoffe und handgefertigte Details schaffen eine Atmosphäre von unaufgeregter Eleganz. Jedes Möbelstück fühlt sich an, als hätte es schon immer hierher gehört. Mit seiner eleganten Ausstattung würde das Camp bei den «101 Besten» «101 Besten» gut in die Kategorie «101 International Luxury Partner Hotels»«101 International Luxury Partner Hotels» passen.
Da die Fotografen Dereck und Beverly Joubert hinter dem Camp stehen, ist meine Suite standardmässig mit einem hochprofessionellen Kamerasystem inklusive erstklassiger Objektive und Swarovski-Ferngläsern ausgestattet. So wird das eigene Deck zum privaten Beobachtungsposten im Herzen der Wildnis.
Das Relais & Châteaux Sitatunga ist auf wasser- und fussbasierte Safaris spezialisiert. Statt des Motorenlärms schwerer Jeeps regiert hier das sanfte Plätschern des Flusses. Mit meinem Boot gleite ich lautlos durch das tiefblaue Wasser, vorbei an riesigen Papyrusstauden. Sitatunga ist einer der ganz wenigen Orte weltweit, an denen man die seltene Sitatunga-Antilope beobachten kann. Mokoro-Ausflüge im Einbaum-Kanu und Fuß-Safaris auf einsamen Inseln bestimmen meinen entschleunigten Tagesablauf. Entspannt lasse ich das Tempo des Flusses zu meinem eigenen werden.

Die Holzplattform liegt mitten im Delta. Hier verschmelzen der spektakuläre afrikanische Abendhimmel und das unaufgeregte High-End-Erlebnis zu einem magischen Moment. (Bild: zVg)
Relais & Châteaux in der Buschküche
Auch kulinarisch bewegt sich das Camp auf hohem Niveau. Sitatunga ist Mitglied von Relais & Châteaux, der weltweiten Vereinigung von handverlesenen Luxushotels und Gourmetrestaurants. Feste Speiseräume suche ich im Sitatunga aber vergeblich. Wir essen dort, wo es der persönliche Rhythmus gerade diktiert. Auf dem privaten Deck funktioniert das wie eine perfekt choreografierte Privat-Audienz: Während die Sonne langsam hinter den Papyrusstauden versinkt, verwandelt der persönliche Butler die eigene Veranda unaufdringlich in ein Open-Air-Restaurant – mit oft pflanzenbasierten Gourmet-Menüs direkt aus der Buschküche.

Sitatunga ist stolzes Mitglied von Relais & Châteaux. Der Küchenchef und sein Team servieren massgeschneiderte, oft pflanzenbasierte Gourmet-Menüs Gang für Gang direkt aus der Buschküche. (Bild: zVg)
Als ich am Abend vor meiner Abreise auf der Veranda sitze und das Bushman Television – wie sie hier das knisternde Lagerfeuer nennen – beobachte, fällt mir der Abschied unsagbar schwer. Sitatunga zeigt uns Kosmopoliten, worauf es wirklich ankommt. Es war mehr als eine Reise - eine tiefgehende Erdung, die ich im Herzen mit nach Hause nehme. Botswana, ich komme definitiv zurück.
Als früherer Grandhotelier und Betreiber des Hotel Rankings «101 beste Hotels» ist Carsten K. Rath Globetrotter von Berufs wegen. Sämtliche Hotels, über die er schreibt, bereist er auf eigene Rechnung.














