Partners Group überrascht mit Rekordwerten – neue Rücknahmeanträge
Partners Group hat im ersten Halbjahr 2026 neue Kundengelder in Höhe von 16 Milliarden Dollar eingeworben und damit einen Rekordwert erzielt. Die verwalteten Vermögen (AuM) stiegen per Ende Juni auf 186 Milliarden Dollar, nachdem sie ein Jahr zuvor noch bei 174 Milliarden Dollar gelegen hatten, wie der Zuger Vermögensverwalter am Mittwoch mitteilte.
Gleichzeitig investierte das Unternehmen im Auftrag seiner Kunden 9 Milliarden Dollar in Private-Markets-Anlagen und realisierte Beteiligungen im gleichen Umfang. Trotz der anhaltenden Unsicherheiten an den Märkten bestätigte Partners Group ihre Prognose für das Gesamtjahr 2026 und rechnet weiterhin mit Neugeldern zwischen 26 und 32 Milliarden Dollar.
Private Equity bleibt teuer
«Wir freuen uns über die rekordhohe Kundennachfrage, die zeigt, dass unser differenziertes Angebot und unsere Erfolgsbilanz weiterhin neue und bestehende Kunden überzeugen», sagte CEO David Layton.
Gleichzeitig bezeichnete er das Investitionsumfeld als anspruchsvoll. Vor allem im Private-Equity-Segment seien die Bewertungen vieler Unternehmen weiterhin hoch. Deshalb gehe Partners Group bei neuen Transaktionen selektiv vor. Das bestehende Portfolio entwickle sich insgesamt solide, auch wenn einzelne Anlagen und Jahrgänge unter Druck stünden.
Infrastruktur bleibt Wachstumstreiber
Den grössten Beitrag zum Neugeschäft leistete im ersten Halbjahr das Infrastrukturgeschäft mit 6,1 Milliarden Dollar an Neuzusagen. Es folgten Private Credit mit 3,9 Milliarden Dollar und Private Equity mit 3,1 Milliarden Dollar. Insgesamt entfielen mehr als die Hälfte der neu eingeworbenen Gelder auf massgeschneiderte Kundenlösungen, während Evergreen-Produkte und klassische Fondsprogramme jeweils rund ein Viertel beisteuerten.
Insgesamt belief sich die Kundennachfrage nach Evergreen-Produkten auf 4,2 Milliarden Dollar. Da die Rücknahmen jedoch insgesamt 3,8 Milliarden Dollar erreichten, fielen die Nettomittelzuflüsse nur leicht positiv aus. 79 Prozent aller Rücknahmen entfielen auf drei bereits etablierte Evergreen-Strategien.
Abfluss noch nicht gebremst
Für das zweite Halbjahr liegen dem Unternehmen bereits Rücknahmeanträge von mehr als 1 Milliarde Dollar vor. Mittelfristig hält Partners Group Nettoabflüsse von 10 bis 20 Milliarden Dollar aus den drei reifen Strategien für möglich. Dieses Szenario sei jedoch bewusst konservativ modelliert.
Gleichzeitig betonte das Management, dass das breitere Angebot neuer Evergreen-Produkte diese Entwicklung schrittweise kompensieren soll. Der Anteil der Evergreen-Plattform am gesamten verwalteten Vermögen beträgt inzwischen rund 30 Prozent.
Weniger Performance Fees erwartet
Bei den Verkäufen profitierte Partners Group unter anderem vom Verkauf des nordischen Rechenzentrumsbetreibers atNorth. Die Transaktion erzielte für die Kunden laut Unternehmen eine jährliche Rendite von über 30 Prozent sowie das 2,5-Fache des investierten Kapitals.
Für das erste Halbjahr erwartet Partners Group allerdings einen unterdurchschnittlichen Beitrag der erfolgsabhängigen Gebühren. Aufgrund geringerer Direktverkäufe und einer schwächeren Entwicklung einzelner reifer Evergreen-Strategien dürfte der Anteil der Performance Fees unter 20 Prozent des Umsatzes liegen. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen wieder mit einer Quote am unteren Ende der langfristigen Zielspanne von 25 bis 40 Prozent.
Anfang Juni begrenzte Partners Group die Rücknahmen aus einem offenen Private-Equity-Fonds mit einem Volumen von rund 8,6 Milliarden Dollar. Hintergrund war ein sprunghafter Anstieg der Rückgabewünsche von Investoren. Wenig später wurde bekannt, dass auch bei einem grösseren US-Fonds ähnliche Massnahmen vorbereitet wurden. Dies löste erhebliche Verunsicherung im Markt aus.
Die Aktie verlor in der Folge zeitweise rund ein Drittel ihres Wertes.













