Keine Massenentlassungen im Land der Banken

Ein erstes Fazit nach den Präsentationen der Grossbanken: Man darf wieder optimistischer sein für den Banken-Arbeitsplatz Schweiz.

Wer kann jetzt aufatmen? Die Bankangestellten in der Schweiz. Denn vor den Ankündigungen der Credit Suisse und der UBS hatten die meisten Medien einen Kahlschlag erwartet: Tausende Arbeitsplätze würden gestrichen – so die Befürchtung –, Tausende auch in der Schweiz. Manche Kommentatoren überboten sich mit düsteren Prognosen, und der Bankpersonalverband mahnte vorauseilend zur Mässigung.

Und jetzt?

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UBS-Konzernchef Marcel Rohner meldete gestern, seine Bank müsse im laufenden Jahr 600 bis 800 Stellen in der Schweiz streichen; mit überaus vorsichtigen Worten deutete er an, dass vielleicht nicht alle durch Fluktuation abgebaut werden könnten.

CS-Chef Brady Dougan sprach heute gar nicht erst von Jobabbau, im Gegenteil: Seine Bank hatte Anfang Dezember verkündet, dass sie 650 Schweizer Stellen aufheben wolle (was damals schon viele Befürchtungen unterbot) – und jetzt entwarnte Dougan sogar: Eventuell müssten hier weniger Stellen gestrichen werden als erwartet. Wahrscheinlich werde die Credit Suisse Ende 2009 mehr Leute in der Schweiz beschäftigen als jetzt.

Gerangel um Marktanteile, Kampf um gute Leute

Zugleich zeigten die Grossbanken eine neue Zuneigung zur Heimat: Beide wollen sich wieder stärker um den Schweizer Markt kümmern, beide messen dem Inlandgeschäft wieder deutlich mehr Gewicht zu, strategisch wie organisatorisch. Und so sind die beiden Grossen in den nächsten Monaten keinen Deut weniger auf die hiesigen Mitarbeiter angewiesen als in den letzten Jahren.

Kann man also hoffen, dass der schlimmste Sturm über dem Banken-Arbeitsplatz Schweiz vorbei ist? Nicht ganz. Denn die Rückbesinnung der Grossen wird – als unausweichliche Folge – einen verschärften Kampf um Marktanteile in der Schweiz zur Folge haben. 

Noch manch eine Stelle fällt weg

Noch in den letzten Wochen und Monaten meldeten diverse Privat-, Raiffeisen- und Kantonalbanken, sie seien auf der Suche nach Personal und nützten die Krise zur Expansion. Anders gesagt: Sie nützten die Schwäche der Grossbanken. Doch nun wird der Ausbau für sie wieder beschwerlicher.

Denn der Kuchen auf dem Finanzmarkt Schweiz wächst nicht so rasant wie die gewandelten Ambitionen – ja, solange die Märkte nicht wollen, schrumpft er eher. Und damit fällt auch in den nächsten Monaten noch manch eine Stelle weg. Immerhin: Vor Massenentlassungen muss sich die Schweizer Bankbranche seit dieser Woche vorläufig nicht mehr fürchten.

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  • «Immer noch dringend gesucht: Personal» – Die Stellenausschreibungen der grossen Unternehmen auf dem Finanzplatz Schweiz.
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    Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

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    Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

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    Swiss Life

    Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

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