Fidelity: «China hat noch mehr Potenzial»

Teera Chanpongsang Fondsmanager von Fidelity Worldwide Investment über die Wachstumschancen der aufstrebenden Länder in Asien. Das sind die Trends.

Bereits vor einem Jahr war Teera Chanpongsang in der Schweiz zu Besuch und stellte seinen «Emerging Asia Fonds» vor, wie finews.ch berichtete. Als «Emerging Asia» betrachtet der Fidelity-Fondsmanager die Länder China, Indien, Vietnam, Sri Lanka, Bangladesch, Pakistan, Malaysia, die Philippinen, Thailand und Indonesien (vgl. Grafik).

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Im Vergleichsindex MSCI Emerging Asia wären noch Taiwan und Korea eingeschlossen. Diese gehören laut Chanpongsang aber nicht mehr zum «wahren» Emerging Asia, da die beiden Länder schon zu weit entwickelt seien und über ein zu hohes Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Kopf verfügten.

Während sich an seinem Anlagestil wenig geändert hat, haben sich seine Einschätzungen zur Region gewandelt. Vor Jahresfrist war Indonesien noch Chanpongsangs Favorit. Und jetzt?

Chanpongsang_Teera_qHerr Chanpongsang, was sind die wichtigsten Anlagetrends in Ihrer Region?

Unter dem Begriff «Emerging Asia» gibt es gleich zwei Trends: Der Konsum in China wird wieder anziehen, nachdem er vor allem im privaten Sektor in den beiden vergangenen Quartalen etwas rückläufig gewesen war. Die Regierung setzt derzeit viel daran, diesen Bereich zu fördern, um damit das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Was ist der andere grosse Trend?

Im vergangenen Jahr hatten verschiedene Länder im Raum «Emerging Asia» ihre Zinsen erhöht. Inzwischen befinden wir uns in einer Phase wieder sinkender Zinsen. Bereits sahen wir Lockerungen in China und Indien. Die Absicht dahinter ist klar: Die Regierungen wollen, dass die Wirtschaft mit ausreichend Liquidität versorgt wird, so dass sie weiter floriert.

Letztes Jahr galt Indonesien als ihre bevorzugte Anlage-Destination. Wie sieht es dieses Jahr aus?

Indonesien wird sich weiterhin gut entwickeln. Doch es drohen neue Steuern, die über kurz oder lang einen inflationären Einfluss haben dürften. Das wiederum wird zu einer Zinserhöhung in Indonesien führen. Daher bevorzuge ich nun China.

Was spricht für das Reich der Mitte?

Im Gegensatz zum restlichen «Emerging Asia», wo der private Konsum teilweise bereits rund 70 Prozent des BIP ausmacht, liegt dieser Anteil in China erst bei 40 Prozent. Vor diesem Hintergrund bieten sich enorme Wachstumschancen im Konsumgüterbereich.

Auch liegt das P/E-Ratio in China im Vergleich zu den anderen Ländern in der Region «Emerging Asia» auf einem tiefen Niveau zwischen acht und neun. Die Aktien sind also vergleichsweise «billig» zu haben, was Investitionen China attraktiv macht.

Könnte die Konsumfreude der Chinesen nicht durch den immer höheren Ölpreis beeinträchtigt werden?

Das denke ich nicht. Der Ölpreis ist in den letzten zehn Jahren bereits konstant gestiegen, was sich kaum auf den Konsum ausgewirkt hat. Ausserdem ist der Ölpreis nicht spezifisch für China ein Thema. Das betrifft die ganze Welt.

Ein allzu hoher Ölpreis dürfte die Leute zu vermehrten Einsparungen zwingen, so dass sich die Entwicklung über kurz oder lang wieder entspannt. Ich sehe diesbezüglich aber keine Risiken für Anlagen in der Region «Emerging Asia».

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Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

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