UBS lässt kein gutes Haar an Bundesrats-Vorschlägen
Die UBS warnt vor den vom Bundesrat geplanten Verschärfungen im Bankengesetz und in der Eigenmittelverordnung. Insbesondere der vollständige Abzug ausländischer Tochtergesellschaften vom harten Kernkapital (CET1) würde nach Einschätzung der kombinierten Grossbank zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung zulasten des Schweizer Finanzplatzes führen und erhebliche Zusatzkosten für Haushalte, Unternehmen und Investoren verursachen.
Die geplante Massnahme sei weder verhältnismässig noch international abgestimmt und verfehle die regulatorische Zielsetzung, wie die kombinierte Grossbank in ihrer Stellungnahme zur «Änderung Bankengesetz und Eigenmittelverordnung» vom Montag schreibt; die Stellungnahme zu den Anpassungen der Eigenmittelverordnung hatte sie im September 2025 veröffentlicht.
Kein internationaler Vergleich
Insbesondere bemängelt die UBS, dass der Vorschlag des Bundesrates eines vollständigen CET1-Abzuges ausländischer Tochtergesellschaften einem regulatorischen Alleingang gleichkäme. Weder das internationale Regelwerk Basel III noch wichtige Finanzplätze wie die USA, die EU oder das Vereinigte Königreich würden vergleichbare Anforderungen für systemrelevante Banken kennen; vielmehr sind die USA und Grossbritannien derzeit dabei, zu deregulieren bzw. Kapitalanforderungen zu reduzieren, um die Kreditvergabe zu stärken.
Vergleich der Kapitalanforderungen für global systemrelevante Banken. (Quelle: UBS)
Alternativen nicht ernsthaft in Betracht gezogen
Gleichzeitig moniert die Bank, dass der Vorschlag des Bundes auf einer extremen Annahme beruht: des vollständigen Verlusts sämtlicher ausländischer Beteiligungen im laufenden Geschäftsbetrieb. Ein solches Szenario sei als realitätsfern einzustufen und gehe weit über die ursprüngliche Zielsetzung des Berichtes des Bundesrates zur Bankenstabilität vom 10. April 2024 hinaus: «Während im Bericht eine 100 prozentige Kernkapital (Tier1)-Unterlegung gefordert wurde, wird neu eine rund 130 prozentige Tier1-Unterlegung gefordert».
Alternativen zu einem CET1-Vollabzug habe der Bundesrat verworfen, weil «sie die extreme Zielsetzung einer Nullrisikotoleranz nicht erfüllen», so die UBS.
Zusätzliches Kapital von 39 Milliarden Dollar
Die Bank kritisiert, dass hier eine Null-Risikotoleranz unterstellt werde, ohne Kosten- und Nutzenfolgen abzuwägen.
Die Rechnung dafür präsentiert die UBS. Laut der Bank würde dies zu einem zusätzlichen CET1-Kapitalerfordernis von rund 23 Milliarden Dollar führen. Einschliesslich bereits geltender TBTF-Zuschläge müsste die UBS seit der Übernahme der Credit Suisse insgesamt rund 39 Dollar Milliarden zusätzliches Kapital vorhalten. Die Nettokosten für dieses Zusatzkapital schätzt die Grossbank auf jährlich rund 1,7 Milliarden Dollar.
Kapitalbedarf der UBS durch die Credit-Suisse-Übernahme und die Regulierungsverschärfungen. (Quelle: UBS)
Die UBS verweist darauf, dass höhere Kapitalkosten nicht nur das Auslandsgeschäft träfen. Da das Regime auf Stufe Parent Bank gilt, würden auch Schweizer Kundinnen und Kunden mit höheren Kredit- und Dienstleistungspreisen sowie einer tendenziell restriktiveren Kreditvergabe konfrontiert. Im Inland vergibt UBS Kredite von rund 350 Milliarden Franken an private Haushalte und Unternehmen. Vor allem KMU wären davon betroffen.
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