UBS lässt kein gutes Haar an Bundesrats-Vorschlägen
KMU würden speziell leiden
Die Bank verweist zudem darauf, dass Schweizer Firmenkunden für ihre Auslandsgeschäfte stark auf die UBS-Infrastruktur angewiesen sind. Rund 230 inländische Banken nutzen UBS-Systeme für den Zugang zu internationalen Zahlungs-, Devisen- und Wertschriftenmärkten. UBS ist nach der Credit-Suisse-Übernahme noch die einzige Schweizer Bank mit einer US-Clearinglizenz für Dollar-Transaktionen.
Die UBS hält fest, dass überhöhte Kapitalanforderungen nicht nur die Rentabilität mindern, sondern im Zeitverlauf auch systemische Risiken erhöhen könnten – etwa durch Kreditklemmen in rezessiven Phasen. Die Schweizerische Nationalbank bestätigte zuletzt einen Anstieg der Refinanzierungskosten für Banken und eine spürbare Verteuerung von Firmen- und Hypothekarkrediten .
Entwicklung von Kreditvolumen und steigender Finanzierung via Kapitalmarkt. (Quelle: SNB)
UBS-Aktie leidet im internationalen Branchenvergleich
Seit der Veröffentlichung des TBTF-Berichts des Bundesrates im April 2024 hat sich die UBS-Aktie gegenüber europäischen und US-Banken um rund 27 Prozent schlechter entwickelt, was ein Marktwertminus von rund 30 Milliarden Franken entspricht . Ratingagenturen wie Standard & Poor's sehen in den Kapitalverschärfungen zwar einen theoretischen Schutz für Gläubiger, warnen jedoch vor sinkender Wettbewerbsfähigkeit und steigenden Kapitalkosten.
Entwicklung des UBS-Aktienkurses im Vergleich mit Dow Jones Banks Titans im Zeitraum April 2024 bis Dezember 2025. (Quelle: Factset Research Systems)
Falsche Lehren aus Credit Suisse gezogen
In der Begründung verweist UBS zudem darauf, dass die Credit-Suisse-Krise nicht primär auf ungenügendes CET1, sondern auf strategische Fehlentwicklungen, mangelndes Risikomanagement, unzureichende Governance und aggressiv bewertete Auslandsbeteiligungen zurückzuführen war. Die Bank argumentiert, dass das bereits geltende Regime – konsequent angewendet – früher in eine Restrukturierung geführt hätte.
UBS lehnt Massnahmen gesamthaft ab
In der Summe lehnt die UBS den vollständigen CET1-Abzug ausländischer Tochtergesellschaften ab: «Die Massnahme ist weder verhältnismässig noch international abgestimmt und würde die Fortführung eines global erfolgreichen Geschäftsmodells gefährden».
Stattdessen plädiert die Bank für eine Kosten-/Nutzen-basierte Regulierung, die Stabilität, internationale Wettbewerbsfähigkeit und volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht gegeneinander ausspielt.
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