Vontobel fliesst wieder mehr Neugeld zu
Vontobel blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Der Reingewinn stieg um 5 Prozent auf 280 Millionen Franken, bei den verwalteten Vermögen resultierte ebenfalls ein Plus von 5 Prozent (241 Milliarden Franken). Gleichzeitig profitierte das Institut von viel Neugeld im Privatkundengeschäft (4,2 Milliarden Franken) Dies geht aus den am Freitag veröffentlichten Zahlen hervor.
«2025 war ein erfolgreiches Jahr für Vontobel. Wir haben unsere Erträge gesteigert, unsere Kosten gesenkt und gleichzeitig weiter in Wachstumsbereiche investiert», sagen die Co-CEOs Christel Rendu de Lint und Georg Schubiger. Man habe in allen Schlüsselsegmenten Nettoneugelder verzeichnet und im institutionellen Geschäft bei den Zuflüssen eine Position im obersten Quartal erreicht. «Dieses Ergebnis unterstreicht die Stärke unseres Geschäftsmodells und das Engagement unserer Teams.»
Währungseffekte trüben AuM-Wachstum
Die verwalteten Vermögen stiegen per Ende 2025 auf 241 Milliarden Franken (+5 Prozent). Treiber waren eine positive Marktperformance, die Übernahme des Kundenbuchs der IHAG Privatbank (17,5 Milliarden Franken) sowie Nettoneugelder (4,2 Milliarden Franken). Allerdings neutralisierten Wechselkurs-Effekte infolge des schwächeren Dollars dies zu einem grossen Teil (–10,1 Milliarden Franken).
Der Betriebsertrag erhöhte sich auf 1,431 Milliarden Franken. Vontobel profitierte neben dem höheren AuM-Niveau auch von starken Erträgen im Segment Structured Investment Solutions sowie den durchwegs resilienten Margen, wie das Institut mitteilt. Das Segment Structured Investment Solutions gewann in seinen Kernmärkten weiter Marktanteile und profitierte von seinem leistungsfähigen Technologie- und Vertriebsnetzwerk.
Nettoneugelder hauptsächlich im Privatkundengeschäft
Im Segment Private Clients verzeichnet Vontobel Nettoneugelder von 5,8 Milliarden Franken, was einem Wachstum von 5,2 Prozent entspricht. Die Zuflüsse stammten aus allen Regionen. Vontobel litt seit dem Jahr 2022 unter zum Teil stark rückläufigen Zuflüssen.
Das Geschäft mit den institutionellen Kunden bleibt aber weiterhin Sorgenkind. Im Segment Institutional Clients resultierten per saldo Abflüsse von 1,6 Milliarden Franken: - 2,7 Milliarden Franken im Bereich Institutional Clients und +1,1 Milliarden Franken in den Centers of Excellence. Die Abflüsse waren laut Vontobel vor allem im Bereich Quality Growth zu verzeichnen. Grund ist die geringe Nachfrage nach defensiveren und quantitativen Strategien. Positiv entwickelten sich gegen die Bereiche Fixed Income sowie Multi-Asset- und Solutions-Strategien. In diesen Bereichen wuchsen die Nettoneugelder insgesamt um 6,7 Prozent.
Das Marktumfeld sei derzeit im institutionellen Geschäft schwierig, sagt Georg Schubiger im Gespräch mit finews. Gegensteuer will Vontobel geben, in dem der Vertrieb zum Teil neu aufgestellt worden ist. Zudem seien die Prozesse angepasst worden. Man sei heute beispielsweise viel schneller beim Aufstellen von Offerten, so Schubiger. Die Hoffnungen ruhen dabei unter anderem auf dem Geschäft in Asien, das Vontobel umgekrempelt hat. Aber auch in den USA erhofft die Bank, zulegen zu können.
Ziel von Vontobel ist ein jährliches Wachstum beim Neugeld zwischen 4 bis 6 Prozent. 4 Prozent Wachstum würden heute rund 4 Milliarden Franken entsprechen.
Effizienzprogramm kommt schneller voran
Vontobel schärfte 2025 seinen investmentfokussierten Ansatz weiter. So wurde unter anderem im vergangenen Jahr die digitale Finanzierungsplattform Cosmofunding an die Zürcher Kantonalbank verkauft. Die Transaktion wurde Ende Januar 2026 erfolgreich abgeschlossen.
Erfolgreich unterwegs ist Vontobel auch mit seinem Effizienzprogramm in Höhe von 100 Millionen Franken. Hier ist man laut der Mitteilung besser unterwegs als geplant. Bis Ende 2025 wurden 84 Prozent der Zielsetzungen erreicht. Der Personalbestand blieb dabei stabil bzw. erhöhte sich leicht von 2’264,4 auf 2310,0 Mitarbeitende (auf Vollzeitbasis).
Trotz der Integration der IHAG Privatbank und fortgesetzter Investitionen in Wachstum konnte Vontobel die absolute Kostenbasis senken. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 74,2 Prozent (2023: 79,2 Prozent). Das Programm soll Ende 2026 abgeschlossen werden. Mit dem Programm will Vontobel «Wachstumsressourcen freisetzen».
Ein weiteres Sparprogramm ist laut Schubiger nicht vorgesehen. «Wir sparen nicht des Sparens Willen, sondern weil wir damit die Voraussetzungen für neue Investitionen schaffen», sagt er. Es gelte deshalb, eine Kultur des Kostenbewusstseins zu verankern.
Verstärkungen im Executive Committee
Im Weiteren teilte Vontobel mit, dass per 1. März 2026 Thomas Hirschi zum Chief Risk Officer ernannt und in das Executive Committee der Vontobel Holding berufen wird. Ebenfalls per 1. März 2026 wird Annette Nanzer, seit September 2025 Leiterin Human Resources, Mitglied des Executive Committee.
Die Pool-Aktionäre, die zusammen 50,87 Prozent der Anteile halten, verlängerten den Aktionärbindungsvertrag um zehn Jahre bis Ende 2036. Danach wird der Vertrag automatisch auf fortlaufender Basis alle fünf Jahre verlängert. Mit dieser Neustrukturierung des Aktionärbindungsvertrags wollen die Pool-Aktionäre ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen und seiner langfristigen Entwicklung bekräftigen, wie es dazu in der Mitteilung vom Freitag heisst.













