Schweizer Banken-Allianz testet digitalen Franken
Die Schweiz macht einen weiteren Schritt in Richtung digitaler Finanzinfrastruktur: Mit einer gemeinsamen Initiative starten UBS, PostFinance, Sygnum, Raiffeisen, Zürcher Kantonalbank (ZKB), Banque Cantonale Vaudoise (BCV) sowie die Swiss Stablecoin AG eine sogenannte CHF-Stablecoin-Sandbox. Dies teilten sie am Mittwoch in einer gemeinsamen Mitteilung mit. Ziel ist es, konkrete Anwendungsfälle für einen digitalen Franken unter realitätsnahen Bedingungen zu testen.
Damit reagiert die Branche auf die zunehmende Bedeutung von Stablecoins im globalen Finanzsystem. Während international bereits zahlreiche Projekte vorangetrieben werden, fehlt in der Schweiz bislang ein breit einsetzbarer, regulierter Stablecoin auf Frankenbasis.
Testumgebung für den digitalen Franken
Im Zentrum der Initiative steht eine kontrollierte Live-Umgebung, in der ausgewählte Anwendungen eines CHF-Stablecoins erprobt werden. Diese Sandbox soll es ermöglichen, neue digitale Zahlungsformen unter realistischen Bedingungen zu testen – jedoch mit klar definierten Sicherheitsmechanismen wie begrenzten Teilnehmerkreisen und Transaktionslimiten.
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Die technische Infrastruktur für die Emission des Stablecoins stellt die Swiss Stablecoin AG bereit. Die Durchführung der Sandbox ist für das Jahr 2026 geplant.
Fokus auf konkrete Anwendungsfälle
Die beteiligten Institute haben gemeinsam eine erste Liste potenzieller Anwendungsfälle entwickelt, die im Rahmen der Sandbox untersucht werden sollen. Im Fokus stehen dabei insbesondere effizientere Prozesse sowie ein konkreter Kundennutzen.
Stablecoins – digitale Vermögenswerte mit einer in der Regel 1:1-Bindung an eine staatliche Währung – gelten als Schlüsseltechnologie für programmierbare Zahlungen und automatisierte Finanzprozesse. Sie verbinden die Stabilität klassischer Währungen mit der Effizienz von Blockchain-Infrastrukturen.
Stärkung des Finanzplatzes Schweiz
Mit der Initiative verfolgen die Partner mehrere strategische Ziele: Neben dem Aufbau von Know-how im Umgang mit digitalen Zahlungsmitteln soll insbesondere das Schweizer Ökosystem für digitales Geld gestärkt werden.
Gleichzeitig geht es um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes. Die Schweiz positioniert sich damit einmal mehr als Innovationsstandort im Bereich Blockchain und digitaler Assets.
Offen für weitere Teilnehmer
Die Sandbox ist offen konzipiert: Weitere Banken, Unternehmen und Institutionen können sich der Initiative anschliessen und eigene Anwendungsfälle einbringen. Damit soll eine möglichst breite Basis für die Entwicklung eines potenziellen Schweizer Stablecoins geschaffen werden.
Die CHF-Stablecoin-Sandbox markiert einen koordinierten Vorstoss führender Finanzinstitute in Richtung digitaler Franken. Noch steht das Projekt im Teststadium – doch die Initiative könnte den Grundstein für eine neue Generation programmierbarer Zahlungsmittel in der Schweiz legen.














