Hedge-Funds-Industrie kommt wieder in Schwung

In den letzten Jahren ist sie ein bisschen in den Hintergrund gerückt, angesichts des Booms der Private Markets, bei dem auch viele Banken und Vermögensverwalter in der Schweiz mitmachen. Doch es gibt sie noch, die Hedge-Funds-Industrie, und sie wächst auch wieder. 

Die Zahl neu aufgelegter Funds stieg im dritten Quartal 2025 auf 165, heisst es in einer Mitteilung des Indexanbieters HFR . Mit total 427 neuen Produkten nach neun Monaten befinde sich die Branche auf einem «starken Kurs» für einen neuen Rekord seit 2021, heisst es im HFR Market Microstructure Report.

Nur wenige Schliessungen

Die Zahl der Hedge-Funds-Liquidationen blieb im dritten Quartal auf historisch niedrigem Niveau: Die Experten schätzen, dass 77 vom Markt verschwunden sind. Damit seien nach neun Monaten 215 Hedge Funds geschlossen worden. Dies liege nochmals deutlich unter den 406 Liquidationen im Jahr 2024 und bedeutete gleichzeitig die niedrigste Zahl von Schliessungen in den vergangenen Jahren.

Unter anderem wegen dieser Effekte erreichte das gesamte in Hedge Funds investierte Vermögen zu Beginn des vierten Quartals 2025 ein weiteres Rekordniveau und stieg auf 4,98 Billionen US-Dollar.

Mehr Relative-Value-Arbitrage

Anders als zuletzt wurden im dritten Quartal vorab Relative-Value-Arbitrage-Produkte neu auf den Markt gebracht. Dies mit rund 70 Neugründungen, es folgten Equity-Hedge-Funds und Macro-Strategien mit jeweils 47 respektive 41 neuen Funds im dritten Quartal. 

Einschliesslich des Dezemberanstiegs legte das Standardbarometer für die Hedge-Funds-Industrie, der HFRI Fund Weighted Composite Index, im Jahr 2025 um 12,6 Prozent zu, die beste Performance seit 2009.

«Während 2025 das stärkste Jahr für die Performance von Hedge Funds seit 2009 war, wurde diese Performance nicht durch die Beta-Entwicklung der Aktienmärkte getrieben, sondern durch opportunistische, spezialisierte Engagements. Die Manager navigierten 2025 erfolgreich durch unterschiedliche Marktzyklen und haben sich für eine Beschleunigung dieses Trends im Jahr 2026 positioniert», kommentiert Kenneth J. Heinz, Chef von HFR.

Etwas höhere Erfolgsgebühr

Hedge-Funds-Anlagen haben den Ruf, dass sie für die Investoren eher teuer sind. Deshalb ist ein Blick auf die Gebührenstruktur interessant. Die durchschnittliche Verwaltungsgebühr blieb gegenüber dem Vorquartal gemäss der HFR-Schätzung unverändert bei 1,34 Prozent und liegt damit seit dem dritten Quartal 2019 unter 1,4 Prozent. Die durchschnittliche Erfolgsgebühr belief sich zum Ende des dritten Quartals 2025 auf 15,8 Prozent. Für Hedge Funds, die im dritten Quartal 2025 aufgelegt wurden, lag die durchschnittliche Verwaltungsgebühr bei geschätzten 1,18 Prozent, während die Erfolgsgebühr 16,29 Prozent betrug.

HFR schätzt, dass Goldman Sachs, UBS, J.P. Morgan und Morgan Stanley auch zu Beginn des vierten Quartals 2025 die führenden Prime Broker für Hedge Funds geblieben sind.