Was lief da zwischen Jeffrey Epstein und der Genfer Traditionsbank?
Seit vergangener Woche sind erneut Millionen Datensätze, Emails und Fotos der sogenannten Epstein-Files vom US-Justizdepartement veröffentlicht worden. Die Kontakte des 2019 in Haft verstorbenen verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein in die Schweizer Bankenwelt waren demnach intensiv.
Der Name Ariane de Rothschild, der Verwaltungsratspräsidentin der Genfer Privatbank Edmond de Rothschild, taucht in den Dokumenten unzählige Mal auf. Neben Verabredungen zu Treffen und Dinner-Anlässen finden sich in der Dokumentensammlung auch freundschaftlich anmutende Nachrichten. So tauschten sie sich regelmässig übers Wetter aus. Einmal schrieb Ariane de Rothschild: «Es war – wie immer – sehr schön, dich zu sehen. Ich hoffe, du bist gut nach Hause gekommen. Ich muss mit dir über die Cousins sprechen.»
Diverse prominente Namen involviert
Auch mit dem damaligen Julius Bär-CEO Boris Collardi stand der Investmentbanker Epstein im Frühjahr 2017 in Kontakt. Dabei ging es offensichtlich um das Interesse der Zürcher Bank an einer Zusammenarbeit oder Übernahme der Genfer Edmond de Rothschild (EdR).
Ebenfalls in die Korrespondenz involviert waren der ehemalige israelische Ministerpräsident Ehud Barak, der damals als Berater von Julius Bär fungierte, sowie der CFO Dieter Enkelmann.
So schrieb Epstein etwa in einer Mail: «Morgen treffe ich wahrscheinlich Boris Collardi in Zürich, wahrscheinlich. Soll ich mit Ihm einen Dialog in Bezug auf künftige Opportunitäten starten? Entweder holen wir ihn oder Zusammenarbeit in bestimmten Bereichen mit Bär.»
Keine konkreten Ergebnisse
In einem Email-Austausch, der sich unter den Dokumenten befindet, geht es um Stellenabbau, Kostensenkungen, Markenwert und Synergien. Einmal weist Epstein Collardi darauf hin, dass er es versäumt habe, sich für ein Dinner zu bedanken: «Sie kann bei solchen Sachen sehr formell sein.» Gemeint war damit Ariane de Rothschild.
Doch offensichtlich lieferten die Treffen und der Austausch keine konkreten Ergebnisse. Auf Nachfrage von Collardi bei Epstein zu einer Reaktion, schrieb dieser, er habe nichts von ihr zurück gehört.
In der Korrespondenz zwischen Epstein und de Rothschild ist im Juli 2015 die Rede von einem möglichen Interesse der UBS an Edmond de Rothschild. Epstein riet ihr, die Sache zu verfolgen. «OK, ich werde um ein Treffen mit Ermotti nachfragen», lautet die Antwort, der Bank-Chefin.















