Börse Stuttgart Digital will Europas Nummer 1 bei Krypto werden
Laut Mitteilung soll mit der Fusion ein vollregulierter Marktteilnehmer entstehen, der die gesamte Krypto-Wertschöpfungskette abdeckt – von Brokerage über Handel und Verwahrung bis zu Staking und tokenisierten Assets. «Mit dem geplanten Zusammenschluss von Börse Stuttgart Digital und Tradias treibt die Börse Stuttgart Group die Entwicklung und Konsolidierung des europäischen Kryptomarkts voran», lässt sich Matthias Voelkel, Chef der Börse Stuttgart Group, in einer Mitteilung zitieren.
Tradias-Chef Michael Reinhard ergänzt: «Gemeinsam vereinen wir die komplette Wertschöpfungskette für digitale Assets und schaffen einen neuen europäischen Champion mit deutlich grösserer Reichweite, strategischer Tiefe und Gestaltungskraft für die weitere Marktkonsolidierung.»
Vollzug in der zweiten Jahreshälfte
Wenn die aktuellen Verhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluss kommen und die Aufsichtsgremien zustimmen, soll der Zusammenschluss in der zweiten Jahreshälfte 2026 über die Bühne gehen.
Börse Stuttgart Digital betreibt nach eigenen Angaben das grösste Kryptogeschäft aller europäischen Börsengruppen, Tradias ist ein ebenfalls sehr aktives europäisches Krypto-Handelshaus. Die neu formierte Einheit soll rund 300 Mitarbeiter umfassen und unter der Leitung eines gemeinsamen Management-Teams von Börse Stuttgart Digital und Tradias stehen. Bei der Transaktion würde Tradias mit rund 200 Millionen Euro bewertet, wie Bloomberg schreibt. Vertreter der beteiligten Parteien wollten sich dazu nicht äussern.
Die Eigentümer von Tradias, darunter der Unternehmer Christopher Beck und Family Offices, sollen Anteile an dem fusionierten Krypto-Unternehmen erhalten.
Komplementäre Geschäftsmodelle
Börse Stuttgart Digital verfüge über einen regulierten Krypto-Broker, eine regulierte Krypto-Börse und einen nach dem europäischen Regelwerk MiCAR lizensierten Kryptoverwahrer. Grosskunden von Börse Stuttgart Digital sind etwa die italienische Bank Intesa Sanpaolo, die DZ Bank mit der genossenschaftlichen Finanzgruppe sowie die Dekabank mit ihrem Krypto-Angebot für die Sparkassen.
Tradias ist ebenfalls europaweit aktiv. Das Unternehmen bringe Expertise in Handel und Market-Making mit und habe grosse Online-Broker wie Flatexdegiro und Trade Republic, Servicedienstleister wie die DWP Bank und nicht näher benannte staatliche Institutionen als Kunden, heisst in der Mitteilung. Eigenen Angaben zufolge ermöglicht Tradias den Handel von mehr als 150 Kryptowährungen und weiteren digitalen Assets. Hervorgegangen war die Firma einst aus dem 1985 in Frankfurt gegründeten Bankhaus Scheich. An der Spitze steht Michael Reinhard, der zuvor Chef von Universal Investment war.
Laut Informationen von Bloomberg hatte auch die DWS vor rund drei Jahren schon einmal Interesse an Tradias bekundet und eine Beteiligung erwogen. Der Deal kam allerdings nicht zustande.













