Boxenstopp Mond: Die nächste industrielle Revolution findet im All statt

SpaceX ist erst der Startschuss.

«Die Dinge werden sich jetzt massiv beschleunigen», sagt Christina Korp. Korp, die unter dem Alias «the Astronaut Wrangler» bekannt ist, arbeitet als Space Advisor und ist Mitglied des Astra Carta Advisory Council von König Charles. Zudem managte sie über ein Jahrzehnt lang Apollo-11-Astronaut Buzz Aldrin.

«Artemis III wird nächstes Jahr stattfinden, und 2028 folgt Artemis IV. Danach ist der Plan, hoffentlich alle drei Monate auf dem Mond zu landen.»

«Was als Nächstes passieren wird, ist eine permanente Präsenz auf dem Mond», sagt sie.

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Von links: Angela Garcia, Kelsey Young und Trevor Graff, die ersten Wissenschaftsoffiziere des Artemis-Programms, im White Flight Control Room des Christopher C. Kraft Jr. Mission Control Center im Nasa Johnson Space Center.  (Bild: Nasa/Robert Markowitz)

Ein Grund für eine Mondbasis sei, zu lernen, wie Menschen auf einem anderen Planeten leben können, erklärt Korp.

Alles dreht sich um den Abbau von Eis

«Das primäre Ziel ist jedoch der Abbau von Eis», sagt Korp. «Es gibt sehr viel Eis auf dem Mond. Wenn man Eis hat, hat man Wasser zum Leben. Wasser von der Erde ins All zu transportieren ist extrem aufwendig. Wasser an einem anderen Ort verfügbar zu haben, würde daher deutlich längere Missionen ermöglichen.»

«Der wichtigste Grund ist allerdings: Wenn man Wasser hat, kann man Wasserstoff und Sauerstoff daraus gewinnen und daraus Raketentreibstoff herstellen. Was passieren wird, ist der Bau eines Treibstoffdepots auf dem Mond oder im Mondorbit. Die Idee ist, dass man die Erde verlässt, zum Mond fliegt, dort auftankt und anschliessend weiter zu Asteroiden oder zum Mars reisen kann», sagt sie.

«Die Chinesen sagen niemandem genau, was sie tun, aber wir wissen, dass sie eine Mondbasis planen.»

Für die Erforschung des Mars wäre dies essenziell. Während eine Reise zum Mond nur rund drei Tage dauert, schätzen Experten die Reisezeit zum Mars auf etwa neun Monate.

«China verfolgt dasselbe Ziel – ein Treibstoffdepot im Mondorbit», berichtet Korp. «China hat seine eigene Raumstation. Sie schicken ständig Menschen ins All. Sie sagen niemandem genau, was sie tun, aber wir wissen, dass sie eine Mondbasis planen», sagt sie.

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Der Start einer chinesischen Weltraumrakete im August 2023. (Bild: Shutterstock)

Erst vergangenen Mai schickte China drei Astronauten zu seiner Raumstation, von denen einer ein ganzes Jahr im All bleiben wird. Das ist ein neuer Rekord für das Land und soll die Erforschung der langfristigen Auswirkungen des Weltraums auf den menschlichen Körper ermöglichen.

Laut Korp verfolgt China einen 20-Jahres-Plan für seine Raumfahrtentwicklung und will bis 2030 Menschen auf den Mond bringen. Der Westen – Nasa und die Europäische Weltraumorganisation ESA in Zusammenarbeit mit der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa – plant eine Mondlandung bis 2028. Diese moderne Rivalität wird bereits als «Space Race 2.0» bezeichnet.

Wer zuerst dort ankommt, hat enorme politische Bedeutung. Die Nation, die zuerst Territorium auf dem Mond markiert, wird die Hoheit über dieses Gebiet beanspruchen können.