Bahn frei für die Fusion von SDX und SIX SIS
Die SIX, die Betreiberin der Schweizer (und teilweise der spanischen) Finanzmarktinfrastruktur, darf ihren digitalen Zentralverwahrer SIX Digital Exchange (SDX) mit der SIX SIS fusionieren. Der daraus entstehende konsolidierte Zentralverwahrer (Central Securities Depository, CSD) könne auch Krypto-Verwahrlösungen anbieten, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag.
Diesen Schritt ermöglicht hat die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma), die der SIX die entsprechende Genehmigung erteilt hat.
Gleiche Infrastruktur für traditionelle wie digitale Vermögenswerte
Damit könnten Finanzinstitute für die Krypto‑Verwahrung neu dieselbe regulierte Infrastruktur nutzen, die auch für traditionelle Wertpapiere eingesetzt werde, hält die SIX fest. Dies biete rechtliche Sicherheit sowie operative Resilienz. Man etabliere damit eine integrierte und regulierte Post-Trade-Infrastruktur für traditionelle wie auch für digitale Vermögenswerte.
Rafael Moral Santiago, Head Securities Services & Executive Board Member der SIX, kommentiert: «Mit der Erweiterung unserer CSD-Infrastruktur um Krypto-Verwahrlösungen und der Integration von Funktionalitäten für digitale Vermögenswerte in unser Kerngeschäft verbinden wir Innovation im Bereich digitaler Vermögenswerte mit der regulatorischen Sicherheit und der operativen Robustheit einer etablierten Finanzmarktinfrastruktur. Dies ist ein Meilenstein auf unserem Weg, bis 2030 ein paneuropäischer Anbieter integrierter, digitaler Post-Trade-Lösungen zu sein.»
Grosse Ambitionen und die nicht ganz so glamouröse Realität
Einst verfolgte die SIX mit dem 2019 gestarteten Prestigeprojekt SDX (der Betrieb wurde erst 2021 aufgenommen, der Start war harzig, das Ganze kostspielig und ressourcenintensiv) allerdings ungleich ambitioniertere Ziele. Auch sah es lange so aus, als ob die auf der Distributed-Ledger-Technologie und Tokenisierung basierende SDX mit der Zeit die konventionelle, zentralisierte SIX-Handelsplattform ablösen wird und damit die Swiss Value Chain technologisch revolutionieren würde.
Doch es kam anders: Im März 2025 teilte die SIX mit, die SDX werde in die Geschäftseinheit Securities Services integriert.
Die Finma hat im Januar 2026 in einer Aufsichtsmitteilung dazu Stellung genommen, wie die Risiken der Krypto-Verwahrung zu handhaben sind. Die sichere Aufbewahrung der Krypto-Assets gilt in der Branche schon lange als wichtiger Wettbewerbsfaktor.












