CFT: Westschweizer Broker schreibt 200 Millionen Franken Gewinn
Die Zahlen 2025 von Compagnie Financière Tradition (CFT), die das Unternehmen am Montagabend veröffentlicht hat, zeigen ein weiteres starkes Jahr: Der Umsatz stieg, der Gewinn legte deutlich zu, und auch der Aktienkurs zog an.
Ein genauer Blick offenbart zudem, dass der Lausanner Broker gleichzeitig Personal abgebaut hat. Das ist bemerkenswert in einem Geschäftsfeld, das stark von menschlichen Mitarbeitern und deren Transaktionsvolumen geprägt ist.
Produktivität: Fast 1 Million pro Broker
CFT steigerte den Umsatz inklusive Joint Ventures auf 1,2 Milliarden Franken, wie finews bereits berichtete. Das entspricht einem Plus von 11,4 Prozent bei konstanten Wechselkursen. Die Profitabilität nahm noch stärker zu. Der EBITDA stieg um knapp 25 Prozent auf 209,9 Millionen Franken. Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn erhöhte sich um mehr als 22 Prozent auf 134,2 Millionen Franken.
Gleichzeitig sank die Mitarbeiterzahl. Sie fiel von 2’605 auf 2’470 Personen. Das entspricht einem Rückgang von rund 5 Prozent. Entscheidend ist eine Kennzahl: Die Produktivität pro Broker stieg auf 929’000 Franken. Der Trend zeigt seit Jahren nach oben.
Operativer Hebel
Die Margen legten deutlich zu. Die EBITDA-Marge stieg von 15,6 auf 17,4 Prozent. Der operative Gewinn wuchs um 35 Prozent. Die Eigenkapitalrendite erreichte 27,6 Prozent.
Das Modell ist einfach. CFT vermittelt Geschäfte zwischen Käufern und Verkäufern. Eigene Positionen werden nicht eingegangen. Steigen die Volumen, steigen die Erträge, nicht aber notwendigerweise die Kosten.
Volatilität als Treiber
Das Marktumfeld 2025 spielte dem Modell in die Hände. Unterschiedliche Geldpolitiken, Inflationssorgen und geopolitische Spannungen erhöhten die Aktivität. Besonders in Zins- und Devisenmärkten.
«Diese Divergenz in der Geldpolitik schuf Arbitragemöglichkeiten und erhöhte die Handelsvolumen», schreibt das Unternehmen.
Technologie verändert das Modell
Neben diesem Rückenwind sind die guten Resultate auch einem weniger zyklischen Faktor zu verdanken. CFT baut den elektronischen und hybriden Handel aus. Gleichzeitig gewinnt die Datensparte TraditionData an Gewicht.
Beide Bereiche bieten höhere Margen und Skalierbarkeit. Die Richtung ist klar. Der Broker entwickelt sich hin zu einem Anbieter von Marktinfrastruktur mit Ausführung, Liquidität und Daten.
Vom Broker zur Infrastruktur
Mit mehr als 7’500 institutionellen Kunden und Präsenz in über 30 Ländern nimmt CFT eine zentrale Rolle ein. Das Unternehmen deckt globale OTC-Märkte ab. Zu den gehandelten Sparten zählen Zinsen, Devisen, Kredit, Aktien und Rohstoffe.
Der Markt honoriert die Entwicklung. Der Aktienkurs stieg 2025 um mehr als 55 Prozent. Damit übertraf die Aktie die Schweizer Indizes deutlich. CFT wird effizienter und gleichzeitig besser skalierbar.













