Partners Group warnt vor Rücknahme-Beschränkungen

Partners Group startet mit robustem Fundraising ins Jahr 2026, warnt jedoch gleichzeitig vor möglichen Einschränkungen bei Rücknahmen in einem zunehmend angespannten Marktumfeld für Private-Market-Produkte.

Steffen Meister, Executive Chairman des Private Equity-Spezialisten mit über 185 Milliarden Dollar Assets under Management aus Baar, stellte klar, dass das Unternehmen bislang keine Rücknahmebeschränkungen («Gates») eingeführt habe. Sollte der Druck auf Rückgaben jedoch deutlich zunehmen, sei man bereit, entsprechende Massnahmen zu ergreifen. «Wenn die Rücknahmen bestimmte Schwellen überschreiten, werden wir gating einsetzen», sagte er gegenüber der «Financial Times».

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Steffen Meister. (Bild: zVg)

Diese Aussagen fallen in eine Phase wachsender Spannungen im Markt für Private-Market-Fonds, insbesondere im Retail-Segment, wo Liquiditätsmanagement zunehmend in den Fokus rückt.

Starkes Fundraising mit institutionellem Rückenwind

Operativ bleibt Partners Group auf Wachstumskurs. Im ersten Quartal 2026 sammelte das Unternehmen Neugelder in Höhe von 8,3 Milliarden Dollar ein, wie das Unternehmen am Freitagabend mitteilte. Getrieben wurde diese Entwicklung primär von institutionellen Investoren, die mehr als 80 Prozent der Zuflüsse ausmachten.

Rund 5 Milliarden Dollar entfielen auf massgeschneiderte Mandate, während klassische Programme weitere 3,3 Milliarden Dollar beitrugen. Auch das Private-Wealth-Geschäft entwickelte sich stabil: Evergreen-Strategien verzeichneten Zusagen von 2,5 Milliarden Dollar sowie Nettozuflüsse von 0,8 Milliarden Dollar.

CEO David Layton betonte die Bedeutung der ausserordentlichen Zwischenmitteilung. In einem «komplexen» Marktumfeld setze das Unternehmen gezielt auf erhöhte Transparenz gegenüber Investoren – ein Ansatz, der sich bereits in früheren Krisen bewährt habe.

Disziplin bei Investitionen und erhöhte Ausschüttungen

Auf der Investitionsseite agierte Partners Group bewusst zurückhaltend. Nach einem dynamischen Jahr 2025 investierte das Unternehmen im ersten Quartal 2,8 Milliarden Dollar und verschob einzelne Transaktionen angesichts der erhöhten Volatilität.

Parallel dazu wurden 5,7 Milliarden Dollar an Investoren zurückgeführt, insbesondere durch Exits im Private-Equity- und Infrastrukturbereich. Dies unterstreicht die weiterhin solide Realisierungsaktivität trotz schwieriger Marktbedingungen.

Jahresziele bestätigt – Gegenwind durch Auslaufprogramme

Trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen hält Partners Group an ihren Zielen für 2026 fest. Das Unternehmen erwartet weiterhin Neugelder zwischen 26 und 32 Milliarden Dollar, gestützt auf eine gut gefüllte Pipeline über Mandate, Evergreen-Strukturen und traditionelle Fonds.

Belastend wirken jedoch sogenannte Tail-Down-Effekte aus auslaufenden Programmen, die für das Gesamtjahr mit minus 10 bis minus 13 Milliarden Dollar veranschlagt werden. Diese Effekte resultieren unter anderem aus zeitlich verschobenen Rückgängen aus bestehenden Fonds.