Angesichts von Monologen und langweiligen Themen kann es schwierig sein, in Sitzungen aufmerksam zu bleiben. Doch es gibt Tricks, die helfen, bei der Sache zu bleiben.

Von Silke Weinig


Meetings gehören zum Arbeitsalltag. Für viele Beteiligte sind sie aber mehr Frust als Lust. Schlecht vorbereitet und moderiert, ziehen sich viele Sitzungen zäh wie Kaugummi vor sich hin. Greifbare Ergebnisse oder informative Inhalte sind Mangelware. Da nickt selbst der konzentrierteste Mitarbeiter ein. 

Eigentlich gibt es genug, was einen im Arbeitsalltag auf Trab hält. Dementsprechend ist ein Sitzungs-Marathon das letzte, was man braucht. Studien zufolge wären Mitarbeiter zu 76 Prozent produktiver, wenn sie weniger Zeit damit verbringen würden. Was da andere untersucht und herausgefunden haben, ahnt man selber: man könnte viel mehr tun, wenn man nicht ständig in Meetings (fest)sitzen würde!

Reine Zeitverschwendung

Die Ergebnisse einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Company sind ernüchternd:

  • Mitarbeitende verbringen rund 16 Stunden pro Woche in Sitzungen.
  • Das obere Management sogar über 50 Prozent der Zeit.
  • 67 Prozent der Führungskräfte stufen die Meetings als gescheitert ein.
  • Mehr als 50 Prozent aller Sitzungen werden als überflüssig beurteilt.

Das Problem dieser nutzlosen Meetings ist nicht nur, dass man die Zeit besser nutzen könnte. Die Langeweile wirkt obendrein extrem einschläfernd. In einer Umfrage des Telekommunikations-Anbieters Verizon gab mehr als ein Drittel der Befragten an, regelmässig in Meetings vor sich hin zu dösen. Der Elektronikkonzern Sharp erfuhr durch eine europaweit durchgeführte Studie, dass jeder zehnte Mitarbeiter schon mal in einem Meeting eingeschlafen ist.

Wie soll man wieder in die Gänge kommen, wenn einem stundenlange Frontal-Monologe oder Diskussionen, die ewig um das Gleiche kreisen, den letzten Funken Energie abgesaugt haben? Diese neuen Tipps helfen, beim Meeting-Marathon den Schwung nicht zu verlieren:

1. Gute Vorbereitung 

Je besser ein Meeting vorbereitet ist, desto grösser ist seine Chance auf Erfolg. Das hat vor allem der Leiter in der Hand. Wir Teilnehmer können aber auch einen Teil dazu beitragen. Je besser wir vorbereitet sind, desto mehr können wir das Meeting mitführen. Dazu gehört, dass wir eigene Ziele formulieren, wie etwa den Wunsch, ein bestimmtes Thema zu diskutieren.

2. Bereiten Sie Fragen vor 

Wer fragt, der führt – auch mit Fragen können Sie das Meeting mitleiten. Zudem hält die Suche nach Antworten und Lösungen Ihr Gehirn länger auf Trab. Selbst wenn Sie nur wenige Fragen beschäftigen, können Sie so anderen länger aufmerksam zuhören.

3. Machen Sie viele Notizen

Machen Sie so viele Notizen wie möglich, um konzentriert bleiben zu können. Selbst wenn nicht jeder Punkt für Sie relevant ist, sollten Sie einige Schlagworte aufschreiben. Je mehr Sie aktiv zuhören, desto weniger laufen Sie Gefahr mit den Gedanken abzuschweifen.

4. Kritzeln Sie herum