Aus Benkos 60-Millionen-Villa wird wohl ein Luxus-Hotel
Der gescheiterte Immobilieninvestor René Benko sitzt seit Januar 2025 in Untersuchungshaft. Rund 3000 Gläubiger fordern von ihm über 40 Milliarden Euro. Die Immobilien von Benkos insolventem Unternehmen Signa in München – darunter Objekte wie die Alte Akademie, das Oberpollinger-Gebäude und das Karstadt-Areal am Hauptbahnhof – wurden nach der Pleite des Unternehmens schrittweise an neue Investoren verkauft oder neu geordnet.
Die Villa in Innsbruck gehört der von Benko einst gegründeten Laura Privatstiftung. Die Stiftung wiederum hat etwa 50 Tochtergesellschaften mit insgesamt rund 100 Immobilien in Deutschland, Österreich und Italien.
Der Innsbrucker Anwalt Stefan Geiler, der als Insolvenzverwalter die Geschäfte der pleitegegangenen Laura Privatstiftung führt, bestätigt nun Pläne über eine Umnutzung des früheren Familien-Wohnsitzes. «Das Objekt ist für die Privatnutzung (unter normalen Verhältnissen) schlichtweg untauglich. Es macht Sinn, zu erheben, inwieweit nicht eine neuerliche Hotelwidmung hilfreich wäre», schreibt Geiler in einem vertraulichen Bericht an die Gläubiger. Gegenüber der Tiroler Zeitung bestätigt Geiler die Aussagen.
Vollbetrieb kostet 500’000 Euro im Jahr
«Wir evaluieren Möglichkeiten und Verwertungskonzepte.» In dem Schreiben heisst es unter anderem, ein Verkauf des auf 60 Millionen Euro taxierten Luxusanwesens als Privathaus dürfte kaum ohne grosse Abschläge umsetzbar sein. «Es wird derzeit jedenfalls keine realistische Chance gesehen, im Rahmen der Verwertung die dokumentierten Herstellungskosten auch nur annähernd einbringlich machen zu können», führt Geiler aus. Er will daher mit der Stadt Innsbruck Rücksprache über eine mögliche Umwidmung in ein Hotel halten und anschliessend gemeinsam mit einem Immobilienbüro ein Verwertungskonzept erarbeiten.
Allein die Betriebskosten schätzt Geiler bei Vollbetrieb auf rund 500’000 Euro im Jahr. Momentan werde nur das Nötigste getan, was die monatlichen Betriebskosten auf etwa 18’000 Euro senke.
Früher ein Schlosshotel
Auf dem Areal in Igls stand früher bereits ein Hotel mit 18 Zimmern, Suiten und einem rund 200 Quadratmeter grossen Luxusapartment. Im Mai 2016 hatte Benko das damalige Schlosshotel Igls für 11,1 Millionen Euro erworben.
Benko liess das Hotel abreissen, um sich dort eine private Luxus-Residenz zu errichten. Highlight ist die detailgetreue Nachbildung der Blauen Grotte von Capri im Keller. Allein diese hat laut «5min.at» rund 2 Millionen Euro gekostet, 600'000 Euro waren es beispielsweise für ein Entertainmentsystem, oder etwas mehr als 300'000 Euro kostete demnach alleine das Silberbesteck.
Für die Umwandlung in ein Hotel spricht laut «Heute.at» neben dem überaus luxuriösen Ausbaustandard der «Villa N» vor allem auch ihre Lage: So befinden sich in direkter Nähe das Gesundheitszentrum Park Igls und der Lanserhof, beides Häuser, die auf medizinische Luxus-Aufenthalte spezialisiert seien. «Ein exklusives Wellnesshotel würde sich in diese Nachbarschaft nahtlos einfügen», so das Fazit.













