Spital Wetzikon: Greber ruft die Gläubiger zum Nein auf
Die Ablehnung liess keine 24 Stunden auf sich warten. Am Dienstag hatten Sachwalterschaft, Verwaltungsrat und Trägergemeinden des GZO Spital Wetzikon die Beteiligung der Thurgauer thurmed als beste Variante präsentiert. Am Mittwoch wandte sich Gregor Greber an die Anleihensgläubiger. Sein Schreiben liegt finews vor.
Der von den Obligationären gewählte Beobachter im GZO-Verwaltungsrat wird deutlich: «In der derzeit vorliegenden Form werde ich diese Lösung nicht unterstützen, weil ich nicht erkennen kann, dass sie den bestmöglichen wirtschaftlichen Interessen der Gläubiger entspricht.» Er empfehle allen Anleihensgläubigern, dies ebenfalls kundzutun.
Grebers Benchmark: 55 Millionen Franken
Der empfohlene Weg sieht ein zinsloses Wandeldarlehen der thurmed über 7 Millionen Franken vor. Bis Ende 2027 könnte die Thurgauer Gesundheitsholding für weitere 28 Millionen auf 51 Prozent aufstocken. Den ungesicherten Gläubigern winken 29 Prozent sofort und 10,3 Prozent nach elf Jahren, im besten Fall bis zu 47,5 Prozent.
Greber hält eine andere Zahl dagegen: die 55 Millionen Franken in bar, die Infracore für die Spitalimmobilien bietet – verbindlich und ohne Finanzierungsvorbehalt, wie finews berichtete. Auf dieser Basis erscheine ihm eine Dividende «in der Grössenordnung von 60 Prozent als realistisch».
«Gefälligkeitsgutachten» von PwC
Mit Infracore sei nie vertieft verhandelt, stattdessen PwC mit einer Beurteilung beigezogen worden. Greber fordert deren Offenlegung. Die Gläubiger müssten wissen, «warum Infracore zu keinen Verhandlungen eingeladen wurden und welches Gefälligkeitsgutachten PwC erstellt hat», so Greber.
Auch die Struktur stört ihn. Der Forderungsverzicht der Obligationäre saniert die Bilanz und wertet die GZO-Aktien auf, während die elf Aktionärsgemeinden knapp die Hälfte der Anteile behalten, ohne entsprechenden Zusatzbeitrag. Für Greber ein «offensichtliches Ungleichgewicht».
Showdown im Oktober
Der Zeitplan ist eng: Gläubigerversammlung in der zweiten Oktoberhälfte, Entscheid des Thurgauer Regierungsrats im November, Ablauf der Nachlassstundung am 19. Dezember. Die Aktionärsgemeinden stehen bereits einstimmig hinter thurmed.
Greber verlangt vorher eine transparente Gegenüberstellung aller Varianten. Sein Anspruch: «Die Gläubiger sollen nicht einfach eine vorgegebene Lösung absegnen.»












