Wer fabriziert die schönsten Uhren des Jahres?

Die Académie des Grand Prix d'Horlogerie de Genève (GPHG) hat in einer ersten Wahlrunde 84 Uhren aus 320 eingereichten Modellen von 194 Marken ausgewählt. Verteilt auf 14 Kategorien, kämpfen sie um 19 Preise, darunter die «Aiguille d'Or» als höchste Auszeichnung der Branche.

Am erfolgreichsten war Chopard: Das Genfer Haus schaffte es mit allen sechs Eingaben in die Endauswahl, von der L.U.C 1860 bis zur Tischuhr «The Beehive». Je vier Nominationen entfielen auf Audemars Piguet, Bulgari und Parmigiani Fleurier, je drei auf Piaget, H. Moser & Cie. und Bovet 1822.

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Eine von sechs: Chopard L.U.C 1860 (Bild: GPHG)

Der Rückkehrer

Für Gesprächsstoff sorgt ein Name, der lange fehlte: Blancpain ist mit der Grande Double Sonnerie in der Kategorie «Mechanical Exception» vertreten. Gemäss Branchenmedien ist es die erste Teilnahme der Marke seit zwölf Jahren.

Auch sonst ist die Liste breit abgestützt. TAG Heuer ist gleich zweimal dabei – mit der Monaco Evergraph bei den Chronographen und der Monaco Chronograph in der Einstiegskategorie «Petite Aiguille». Dazu kommen IWC Schaffhausen, Hermès, Girard-Perregaux, Grand Seiko und Louis Vuitton, letztere unter anderem mit einer gemeinsam mit De Bethune entwickelten Tischuhr.

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Comeback einer Marke: Blancpain Grande Double Sonnerie (Bild: GPHG)

Auch kleine Manufakturen vertreten

Der Wettbewerb bleibt aber durchlässig für Manufakturen abseits der Konzernwelt. Favre Leuba etwa steht mit der Chief Skeleton in der Kategorie «Challenge» – die erste Nomination der Traditionsmarke seit ihrem Neustart vor zwei Jahren.

Der Neuenburger Kleinstbetrieb Louis Moinet misst sich mit dem 1816 Chronograph direkt mit Audemars Piguet und TAG Heuer.

Über den Palmarès entscheidet eine 24-köpfige Jury unter dem Vorsitz von Wei Koh, dem Gründer der Uhrenpublikation «Revolution». Sie tagt wenige Tage vor der Zeremonie unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Genf und stimmt geheim sowie unter notarieller Aufsicht ab. Die Académie mit über tausend Branchenvertretern steuert per Digitalabstimmung ein Drittel des Resultats bei.

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Die Tischuhr Louis Vuitton x De Bethune LVDB-03 Sympathique Louis Varius (Bild: GPHG)

Schweizer Uhren auf Welttournee

«Uns ist bewusst, dass eine gewaltige Aufgabe vor uns liegt», wird Koh in der Mitteilung zur Bekanntgabe der Nominationen zitiert. «Angesichts der unglaublichen Kreativität der diesjährigen Garde-temps und namentlich zweier vollständig offener Preise wie des Prix de la Montre Iconique, wo wir aus der gesamten Uhrenindustrie jenen Zeitmesser mit den herausragendsten ikonischen Qualitäten bestimmen müssen.»

Vor der Preisverleihung am 7. November im Bâtiment des Forces Motrices in Genf gehen die nominierten Stücke auf Welttournee. Erste Station ist vom 28. September bis 1. Oktober Mumbai – eine Premiere für Indiens Wirtschaftsmetropole, organisiert mit dem Händler Ethos Watches.

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Mit auf Reisen ist die Audemars Piguet Royal Oak «Jumbo» Extra-Thin Flying Tourbillon Chronograph RD#5 (Bild: GPHG)

Es folgen Bangkok (15. bis 18. Oktober) und Genf, wo das Musée d'Art et d'Histoire vom 29. Oktober bis 15. November alle 84 Stücke zeigt: 78 Armbanduhren und sechs mechanische Uhrwerke. Den Abschluss macht London, wo Watches of Switzerland vom 18. bis 23. November die Siegermodelle ausstellt.