Individualbesteuerung: Gewinner sind vor allem Ehepaare

Die erste SRG-Umfrage zeigte ein klares Bild. 64 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen sich bei der anstehenden Abstimmung für die Individualbesteuerung entschieden, 30 Prozent dagegen. Mehr als drei Viertel der Stimmenden gehen zudem am 8. März von einer Annahme aus. Eher überraschend, weil sich beispielsweise (auch) viele Kantone teils vehement gegen die Vorlage von Bundesrat und Parlament wehren. 

In einer Studie untersucht die UBS die konkreten Auswirkungen der Umstellung «auf ein ganzes Leben», wie es in einer Mitteilung heisst. Erwerbsunterbrüche – etwa während der Kinderbetreuung – erhöhen die Einkommensungleichheit im Haushalt und schmälern die Vorteile der Individualbesteuerung, vor allem bei Verheirateten. «Die Beurteilung der Auswirkungen der Individualbesteuerung anhand eines isolierten Steuerjahres vernachlässigt deshalb die kumulative Wirkung über das ganze Leben», heisst es dazu.

Grosse Unterschiede

Das Ergebnis der komplexen Berechnungen: «Am stärksten profitieren verheiratete Doppelverdiener mit hohen und ähnlich verteilten Einkommen. Für sie sinkt die direkte Bundessteuer über das Erwerbsleben hinweg deutlich.» Dabei seien die Unterschiede erheblich: «Relativ zum Einkommen, profitieren Haushalte mit hohem Einkommen bis zu zehnmal stärker als solche mit niedrigerem Einkommen», heisst es dazu. Ebenfalls interessant: «Ehepaare ohne Kinder würden im Allgemeinen mehr profitieren als solche mit Kindern.» Auf der anderen Seite stehen die «Einverdiener-Ehepaare», sie käme der Systemwechsel am teuersten zu stehen.

Weniger Verlierer

Trotz diesen «Verlierer» würden bei einem Systemwechsel «die meisten Ehepaare weniger Steuern zahlen müssen». Anders die Situation für unverheiratete Personen mit Kindern: Die Steuerbelastung würde gemäss UBS insbesondere für besser verdienende unverheiratete Partner mit Kindern steigen. 

Bei Unverheiratete Personen ohne Kinder kommt es «nur» auf das jährliche Bruttoeinkommen an. Mit rund 110'000 Franken Bruttoeinkommen würden sie ab 2032 weniger Steuer zahlen, während jene über dieser Schwelle mehr zahlen dürften. Laut UBS dürfte die grosse Mehrheit dieser Gruppe profitieren. «Rund drei Viertel der Erwerbstätigen in der Schweiz verdienen einen Bruttolohn von unter 110 000 Franken.»