Luzerner Kantonalbank hat ihre Ziele übertroffen
«Wir haben alle finanzielle Ziele der vergangenen vier Jahre klar erreicht und teilweise übertroffen», sagt CEO Daniel Salzmann an einer Medienkonferenz. So stieg beispielsweise der kumulierte Unternehmensgewinn in diesen vier Jahren auf 1'370 Milliarden Franken, die Cost-Income-Ratio bleibt mit aktuell 46,1 Prozent tiefer als von der Strategie vorgegeben.
Auch mit dem abgelaufenen Jubiläums-Jahr zeigte sich Salzmann «sehr zufrieden». «Es ist das beste Ergebnis in der 175-jährigen Geschichte», sagt der Luzerner, der seit 2014 als CEO fungiert. Der Konzerngewinn liegt mit 295,5 Millionen Franken nochmals gut 3 Prozent über dem Rekord des Vorjahres. Dies dank mehr Neugeld, höheren Erträgen aus «zinsfremden» Geschäft und einem deutlichen Wachstum bei den Krediten.
Selbst im Zinsgeschäft erfolgreich
Während andere Institute wegen der tiefen Zinsen – zum Teil empfindliche – Abstriche machen müssen, bleibt das Zinsgeschäft bei der LUKB einer der Hauptertragspfeiler. 2025 steuerte dieser Bereich 458,1 Millionen Franken zum Geschäftserfolg bei. Das sind 14,1 Millionen Franken respektive 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Selbst CFO Marcel Hurschler hatte dies nicht auf der Rechnung: «Dieses Wachstum liegt über unseren Erwartungen. Wir konnten mit unserem taktischen Zinsmanagement die Auswirkungen des Nullzinsumfelds erfolgreich dämpfen.» Allerdings: Im Vergleich mit dem ersten Halbjahr ist der Zinserfolg im zweiten Halbjahr deutlich um 5,4 Millionen Franken gesunken.
Deutlich mehr Hypotheken
Einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum im Zinsgeschäft trugen die Kundenausleihungen bei, die um 6,9 Prozent anstiegen: Ende 2025 betrugen sie 46,4 Milliarden Franken, davon entfielen 40,9 Milliarden Franken oder 7 Prozent mehr als im Vorjahr auf Hypotheken. Man habe keine Kompromisse beim Pricing gemacht und konzentriere sich vorab auf die Qualität des Kreditbuches.
«Wir haben zusätzlich bei vielen Hypotheken die Deckung erhöht. Das hilft uns punkto Eigenkapital und letztlich profitieren auch die Kunden von tieferen Zinsen», führte er aus. Allerdings seien die «Gespräche über die vergangenen zwei Jahre aufwändig gewesen.» Insgesamt sei auch das Kreditwachstum mit fast sieben Prozent, deutlich über dem Ziel von 2 bis 3,75 Prozent. Gleichzeitig fiel die durchschnittliche Belehnung bei Wohnliegenschaften nochmals leicht auf 52,9 Prozent,
Die Kernkapitalquote (CET1-Quote) lag per Ende 2025 trotz des Ausleihungswachstums bei 14,7 Prozent und hat sich gegenüber Ende 2024 (13,9 Prozent) leicht verbessert.
Neugeld fliesst in Mandate
Der andere Ertragspfeiler basiert auf dem Kundenvermögen. Ende 2025 hatte die LUKB Assets under Management in der Höhe von 42,61 Milliarden Franken und damit markant mehr als im Vorjahr (2024: 39,48 Milliarden Franken). Geholfen hat dabei vorab die starke Performance der Märkte, die 1,8 Milliarden Franken bei den Kundenvermögen ausmachten. Laut Salzmann stieg vor allem das Neugeld bei den Vermögensverwaltungs-Mandaten. Hier gab es ein Plus von 1,1 Milliarden Franken. «Das hat mich bei den sehr vielen positiven Zahlen fast am meisten gefreut», sagte Salzmann auf eine entsprechende Frage.
Der Kommissions- und Dienstleistungserfolg stieg um 10,1 Prozent auf 143,2 Millionen Franken. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft beträgt 76,0 Millionen Franken, das sind gleich 34,5 Prozent mehr als noch im Vorjahr 2024. Hier half laut Hurschler unter anderem das Geschäft mit strukturierten Produkten, dass man seit 2018 betreibe und gezielt ausbaue.
Nicht direkt ausgewiesen wird der Erfolg des eigenen Treasury-Geschäfts. Laut Hurschler verdiene die Bank mit einer aktiven Liquiditäts- und Finanzsteuerung im Jahr im Schnitt rund 60 Millionen Franken. Das zeigt sich dann im Ertrag des Zinsgeschäftes.
Höhere Ausschüttung
Der Konzerngewinn liegt mit 295,5 Millionen Franken 3,1 Prozent über dem Vorjahresergebnis und ebenfalls auf einem neuen Rekordwert. Der Verwaltungsrat der LUKB beantragt der Generalversammlung vom 13. April 2026 die Erhöhung der Ausschüttung von bisher 2.60 Franken auf 2.70 Franken pro Aktie – je hälftig in Form einer Dividende und einer verrechnungssteuerfreien Ausschüttung aus gesetzlichen Kapitalreserven.
Als Mehrheitsaktionär (61,5 Prozent) profitiert in erster Linie der Kanton Luzern. Die Dividende beträgt für ihn 82,3 Millionen Franken, dazu kommt das Entgelt für die Staatsgarantie von 11,2 Millionen Franken. Laut LUKB sank die Kantonssteuer leicht von 8,0 auf 7,3 Millionen Franken. Etwas mehr Steuergelder erhalten laut dem Finanzchef die Standortgemeinden. Als AG bezahlen die Luzerner auch Bundessteuern, anders als beispielsweise die Zürcher Kantonalbank oder andere Institute die zu 100 Prozent dem Kanton gehören.
Ziele wieder angepasst
Laut der Strategie will die LUKB bis 2030 zu den «Top-5» im Schweizer Banking aufsteigen. Dabei sollen wieder unter anderem viel Neugeld bei den lukrativen Mandaten angezogen werden. Der Zielwert steigt von 1,2 Milliarden für das laufende Jahr auf 1,8 Milliarden im Jahr 20230. Zum Vergleich 2023 lag das Neugeld noch bei weniger als 500 Millionen Franken.
Die Erträge ausserhalb des klassischen Geschäfts sollen weiter steigen, zunächst auf 240 Millionen Franken, danach auf über 310 Millionen Franken. Auch punkto Konzerngewinn soll es weiter nach oben gehen. «Wir wollen im laufenden Jahr den Gewinn nochmals erhöhen, bis 2030 sollen es dann mehr als 340 Millionen Franken sein», blickt der CEO voraus.













