Julius Bär-CEO will Register für fehlbare Banker
Stefan Bollinger, seit einem Jahr Chef von Julius Bär, fordert ein Register für Banker, die ihre Pflichten verletzt haben. «Die Registrierung von Finanzmarktteilnehmern hat klare Vorteile», sagt Bollinger in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Die Registrierung verhindere, dass «schwarze Schafe einfach auf die andere Strassenseite wechseln und weitermachen können, als sei nichts geschehen.» Führende Finanzplätze hätten bereits solche Register eingeführt, sagt Bollinger. «Ich bin überzeugt, dass der Finanzplatz Schweiz davon profitieren würde.»
«Genau das, was ich auch als CEO will»
Bei Julius Bär wurde ein Senior-Management-Regime, das die Verantwortlichkeiten auf der obersten Führungsebene festlegt, eingeführt. «Ich bin eine klarer Befürworter des Instruments. Die Idee dahinter ist, klar festzulegen, wer für welche Risiken die Verantwortung trägt. Das ist genau das, was ich auch als CEO will», sagt er.
Im Interview widerspricht Bollinger im Weiteren der Aussage des UBS-Präsidenten Colm Kelleher, der der Schweiz eine Identitätskrise unterstellte. «Ich sehe keine Identitätskrise», sagt er: «Die Schweiz ist attraktiver denn je.» Die Schweiz verstehe es besser als jedes andere Land, wie man mit Kunden umgeht, die Diskretion suchen würden.
Bekenntnis zur Schweiz
Die Schweiz profitiere von den geopolitischen Unsicherheiten. «Wenn die Zeiten unsicher sind, überlegen sich die Leute sehr genau, wo sie ihr Geld aufbewahren wollen und welche Nationalität ihre Bank hat», so Bollinger.
Die Schweiz bleibt denn laut Bollinger auch für den internationalen Vermögensverwalter zentral: «Die Schweiz ist einer der grossen Wachstumsmärkte für uns.»














