Helvetische Bank: Weniger Gewinn, mehr Dynamik
Die Helvetische Bank gehört zu den interessanteren Bewohnerinnen des Finanzplatzes. 2011 von Thomas Matter gegründet, hat sich das Institut in gut anderthalb Jahrzehnten ein ungewöhnlich spezialisiertes Geschäftsmodell aufgebaut: Wealth Management für Privatkunden in Verbindung mit Corporate Finance für Schweizer KMU und kotierte Small- und Mid-Cap-Gesellschaften.
finews hat den Jahresbericht 2025 analysiert, den die Bank zur Verfügung gestellt hat.
11,2 Millionen Franken Reingewinn
Der Reingewinn sank auf 11,2 Millionen Franken, nach dem Rekordergebnis von 15,7 Millionen im Vorjahr — ein Rückgang von rund 29 Prozent. Die Ursache liegt auf der Hand: Der Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft brach von 16,4 auf 11,1 Millionen Franken ein, eine direkte Folge der wiederholten Leitzinssenkungen.
CEO Stephan Vollert, der Anfang 2025 die Nachfolge des langjährigen Gründungs-CEO Daniel Hefti angetreten hat (der mittlerweile dem Verwaltungsrat angehört), nimmt den Rückgang ohne Federlesens zur Kenntnis: «Neue Rekordwerte sind erwartungsgemäss als Folge des veränderten Zinsumfelds derzeit noch ausser Reichweite», schreibt er im CEO-Letter, der im aktuellen «WegWeiser» (einer Kundenpublikation des Hauses) publiziert ist.
Verdoppelung beim Neugeld
Die Eigenkapitalrendite fiel von 23,2 auf 14,0 Prozent. Das ist immer noch ein respektabler Wert, aber das Hochplateau der Vorjahre von weit über 20 Prozent ist vorerst passé.
Dieser Rückschritt bei der Profitabilität kontrastiert mit der operativen Dynamik. Das Nettoneugeld verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr auf 516 Millionen Franken. Die verwalteten Vermögen stiegen um 22 Prozent auf 3,57 Milliarden Franken.
Gewachsenes Kommissionsgeschäft
Der Kommissionsertrag — jener Teil, den die Bank unabhängig vom Zinsumfeld verdient — legte auf ein neues Rekordhoch von 15,1 Millionen Franken zu (Vorjahr: 14,2 Millionen Franken).
Weniger prominent kommuniziert, aber im Geschäftsbericht zu lesen: Die Treuhandanlagen bei Drittbanken sprangen von 215 auf 388 Millionen Franken — ein Plus von fast 80 Prozent. Diese Position zeigt, dass die Helvetische Bank zunehmend als Intermediär für Kundenvermögen fungiert, die eigentlich anderswo liegen. Gesondert kommentiert wird diese Entwicklung weder im Geschäftsbericht noch im CEO-Letter.
Gold verkauft
Seit ihrer Gründung hält die Helvetische Bank statutarisch die Hälfte ihres Aktienkapitals in physischem Gold — ein bewusstes Statement der Solidität. Im Geschäftsjahr 2025 hat sie erstmals Gold verkauft: 29 Kilogramm. Im Jahresbericht wird dieser Schritt nicht erklärt. Naheliegend ist: Weil sich der Goldpreis im vergangenen Jahr so ausserordentlich entwickelte, hat die Bank eine günstige Gelegenheit genutzt.
Die statutarische Mindestquote wird weiterhin eingehalten. Zum Jahresende lag der Marktwert des verbleibenden Bestands von 200 Kilogramm über 13 Millionen Franken über dem Buchwert.
Risikoarmes Wachstum
Die Kernkapitalquote betrug per Ende Dezember 30,3 Prozent, die Leverage Ratio 8,7 Prozent, die Liquidity Coverage Ratio lag bei 385 Prozent.
Für die Zukunft signalisiert Vollert, dass die Bank an ihrer Strategie des risikoarmen Wachstums festhalten wolle: «Bezogen auf den Personalbestand sind keine besonderen Veränderungen geplant, doch punktuelle Verstärkungen werden stets angestrebt. Wir legen unverändert Wert auf eine nachhaltige, sukzessive Steigerung der Geschäftsaktivitäten, ohne uns wesentlichen Risiken aussetzen zu wollen.»
Zwischen 2024 und 2025 war die Bank von 39 auf 42 Vollzeitäquivalente gewachsen.














