Unicredit legt Angebot für Commerzbank vor
Für eine Commerzbank-Aktie bieten die Italiener 0,485 neue Stammaktien der eignen Papiere, heisst es in einer ad-hoc Mitteilung vom Montag. Den Aktionären werde ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot in Gestalt eines Tauschangebots angeboten, teilte die Unicredit in Mailand mit.
Das Angebot entspricht rund 30,80 Euro je Commerzbank-Aktie. Sie sollen in einer den Commerzbank-Aktionären vorbehaltenen Kapitalerhöhung ausgegeben werden. Der Commerzbank-Kurs sprang im vorbörslichen Handel auf der Handelsplattform Tradegate zunächst 9 Prozent an. Der Unicredit-Aktienkurs rutschte leicht ins Minus.
Knapp unter 30 Prozent
Die Bank aus Mailand buhlt seit September 2024 um die Commerzbank. Bislang ist sie schon mit gut 26 Prozent der Anteile grösster Aktionär der Commerzbank und hatte über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere gut drei Prozent. Ab der Schwelle von 30 Prozent wäre Unicredit-Chef Andrea Orcel zu einem Übernahmeangebot verpflichtet gewesen. «Das Angebot zielt darauf ab, die im deutschen Übernahmerecht vorgesehene 30-Prozent-Hürde zu überwinden und in den kommenden Wochen einen konstruktiven Dialog mit der Commerzbank und ihren Stakeholdern zu fördern», teilte die Unicredit weiter mit.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hatte sich gegen eine Übernahme ausgesprochen. Und auch die deutsche Bundesregierung hatte die Avancen von Unicredit zuletzt klar abgelehnt. Das Finanzministerium betonte zuletzt, die Bundesregierung setze «weiterhin auf die Eigenständigkeit der Commerzbank»
Der deutsche Staat hält aktuell noch einen Anteil von gut 12 Prozent an der Commerzbank AG. Dieser Anteil resultiert aus der Rettung der Bank in der Finanzkrise, wobei die Bundesregierung die Absicht geäussert hatte, ihre Beteiligung weiter zu reduzieren.













