Schaffhauser KB spürt Zinsdruck und hat grosse Pläne

Die Zinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) führten im ersten Halbjahr zu einem spürbaren Rückgang der Zinserträge aus dem Kreditgeschäft, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Der Nettoerfolg im Zinsengeschäft sank gegenüber dem Vorjahr um 21,5 Prozent auf 79,9 Millionen Franken. Grund dafür sei unter anderem, dass die Bank im Branchenvergleich einen hohen Anteil Geldmarkthypotheken verzeichne.

Übrige Erträge helfen

Der deutliche Rückgang im Zinsengeschäft belastet das Gesamtergebnis. Positiv sei allerdings, dass die weiteren zentralen Ertragspfeiler zulegten. So stieg das Kommissionsgeschäft um 5 Prozent auf 42,7 Millionen Franken und das Handelsgeschäft brachte nochmals 15,8 Millionen Franken ein (+3,1 Prozent). Insgesamt sank der Betriebsertrag im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 Prozent auf 144 Millionen Franken.

Auf der anderen Seite stieg der Geschäftsaufwand um 2,7 Prozent auf 71,7 Millionen Franken. Hier stieg vor allem der Sachaufwand (knapp 9 Prozent), während die Personalkosten lediglich um 0,8 Prozent wuchsen. Die Bank beschäftigte Ende Jahr 394 Personen in 343 Vollzeitstellen, das sind gut 3 Prozent mehr als Ende 2024. 

Nach den etwas tieferen Abschreibungen resultiert ein Geschäftserfolg von 66,6 Millionen Franken oder 23,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit steigt die Cost-Income-Ratio von 43,3 auf 49,8 Prozent. «Für qualitatives Wachstum und die kontinuierliche Stärkung der Kapitalbasis» weisst die Bank 15,0 Millionen Franken dem Eigenkapital zu. Nach dieser Zuweisung beläuft sich der Jahresgewinn auf noch 51,6 Millionen Franken. Das sind 9 Prozent weniger als 2024, der Kanton als Eigner erhält 41,4 Millionen Franken, damit ist die Abgabe ebenfalls 9 Prozent tiefer.

Neuer Hauptsitz

Im laufenden Jahr beginne die konkrete Planung eines strategischen Grossprojekts: die komplette Erneuerung des Hauptsitzes an der Vorstadt 53 in Schaffhausen. Ziel sei es, die Kundennähe weiter zu festigen, moderne Arbeitsbedingungen zu schaffen, verstärkt Verantwortung für Nachhaltigkeit zu übernehmen und die regionale Verankerung zu vertiefen.